Nach Mercatorhallen-Skandal leidet das Tagungsgeschäft

Svenja Aufderheide
Im Tagungsbereich der Mercatorhalle im City Palais in Duisburg finden weiterhin Veranstaltungen statt. Die Mercatorhalle selbst ist seit vielen Monaten wegen Brandschutzmängel geschlossen und wird saniert. Im Foto v.l.: Uwe Gerste , Geschäftsführer Duisburg Marketing Gesellschaft (DMG) und Christina Küsel (DMG).
Im Tagungsbereich der Mercatorhalle im City Palais in Duisburg finden weiterhin Veranstaltungen statt. Die Mercatorhalle selbst ist seit vielen Monaten wegen Brandschutzmängel geschlossen und wird saniert. Im Foto v.l.: Uwe Gerste , Geschäftsführer Duisburg Marketing Gesellschaft (DMG) und Christina Küsel (DMG).
Foto: WAZ FotoPool
Die Brandschutzmängel der Mercatorhalle in Duisburg und die darauffolgende Schließung gingen bundesweit durch die Presse. Die Negativ-Auswirkungen der Saal-Schließungen merkt die DMG an den Auslastungszahlen. Diese sind nach der Wiedereröffnung deutlich zurückgegangen.

Duisburg. Die Schließung wegen Brandschutzmängeln an der kleinen und der großen Mercatorhalle im August vergangenen Jahres stand bundesweit in allen Schlagzeilen. Dass das Tagungs- und Kongresszentrum der Mercatorhalle aber längst wieder seinen Betrieb aufgenommen hat, verhallte weitgehend ungehört. Eine Situation, die der Duisburger Marketinggesellschaft zu schaffen macht.

„Hier vor Ort wissen viele Protagonisten, dass das Tagungs- und Kongresszentrum der Mercatorhalle wieder geöffnet hat. Aber eine Hamburger Veranstaltungsagentur beispielsweise weiß das nicht“, beschreibt DMG-Geschäftsführer Uwe Gerste die Probleme, die durch die Schließung der beiden Säle entstanden sind.

Platz für unterschiedliche Veranstaltungen

Dabei bietet das Zentrum mit seinen sechs Sälen und zwei Foyers durchaus Platz für die unterschiedlichsten Veranstaltungen. Sechs Räume, die für fünf bis 279 Personen geeignet sind, stehen zur Verfügung. Insgesamt können Präsentationen, Workshops, Lehrgänge für bis zu 600 Personen im Tagungsbereich ausgerichtet werden.

Die Negativ-Auswirkungen der Saal-Schließungen merkt die DMG an den Auslastungszahlen. Wurden sonst um die 230 Veranstaltungen pro Jahr im Kongresszentrum gezählt, waren es jetzt nur 80. Ein immenser Verlust. Durch das Bespielen aller Räumlichkeiten des Mercatorhallen-Komplexes nahm die DMG rund 1,1 Millionen Euro ein, die Konzerte der Philharmoniker nicht eingerechnet, davon entfielen rund 1 Million Euro auf die beiden Säle.

„Wir wissen nicht, wie viele Veranstaltungen uns verloren gehen, weil wir gar nicht mehr angefragt werden“, meint DMG-Geschäftsführer Uwe Gerste. Um so wichtiger sei es in den vergangenen Monaten auf Agenturen und Veranstalter zuzugehen, die kleinere Events ausrichten. Dabei befindet sich das Tagungszentrum der Mercatorhalle in direkter Konkurrenz zu einigen Hotels, die ebenfalls ihre eigenen Besprechungs- und Tagungsräume haben.

Die Kombination Kleine Halle plus Tagungsräume fehlt vor allem

Ein herber Verlust ist für die DMG-Vermarkter vor allem - man höre und staune - die kleine Mercatorhalle. Denn gerade die Kombination Kleine Halle für größere Meetings plus Tagungsräume für zum Beispiel Workshops oder Fachvorträge sei immer sehr beliebt gewesen. „Der kleine Saal fehlt uns für dieses Geschäft sehr“, so Uwe Gerste. Dass bis heute noch nicht bekannt ist, wann die beiden Säle wieder geöffnet werden, macht das Vermarkter-Geschäft nicht einfacher.

Große Tourneen werden bis zu zwei Jahre im voraus geplant. Aber die DMG kann - Stand heute - nicht sagen, ob die große Mercatorhalle 2015 wieder bespielbar ist. Dieser Umstand macht die Vermarktung nicht einfach. „Wenn ich belastbar weiß, wann die Hallen wieder aufmachen, kann ich auch wieder in die Offensive gehen“, so Gerste. Bis dahin steht die Werbung für die Mercatorhalle nicht still, denn sie muss ja als Spielort im Gedächtnis der Veranstalter bleiben, aber die große Marketingoffensive bleibt erst einmal in der Schublade.