Nach Facebook-Posting - Morddrohungen gegen Sänger Bektas

Eren Can Bektas positioniert sich klar - deswegen wird er jetzt bedroht.
Eren Can Bektas positioniert sich klar - deswegen wird er jetzt bedroht.
Foto: FUNKE Foto Services
Der Duisburger Sänger Eren Can Bektas hatte sich nach dem Türkei-Putsch als Erdogan-Gegner „geoutet“ und wurde daraufhin im Netz angefeindet und bedroht.

Duisburg. Hunderte Morddrohungen und Anfeindungen erhielt der Duisburger Sänger Eren Can Bektas (18), der in Deutschland aufwuchs und sich trotzdem noch mit seiner Heimat, der Türkei, verbunden fühlt. Er hatte nach eigenen Angaben auf seinem privaten Facebookprofil nach dem Putschversuch gepostet: „Jeder der Erdogan abgöttisch liebt, soll mich bitte aus seiner Freundschaftsliste entfernen.”

Daraufhin erhielt der Sänger Morddrohungen und Anfeindungen. Als Konsequenz löschte er das Posting nach einigen Stunden. “Ich habe die Formulierung abgöttisch bewusst gewählt und wurde trotzdem massiv beleidigt und bedroht. Ich bin Anti-Erdogan. Im Islam darf man niemanden lieben wie Gott, und die Leute lieben Erdogan scheinbar wie einen Gott”, so der Mädchenschwarm.

Der Duisburger, der seine politische Einstellung lange geheim gehalten habe, ist fassungslos. Er hofft, „dass sich bald etwas ändert und die Menschen friedlich miteinander leben können und ihre Anfeindungen überdenken.“

Auch wenn der Sänger selbst laut Polizei bislang keine Strafanzeige gestellt hat, hat die Behörde von Amts wegen ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.

 
 

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