Musikpreis an Nina Stemme verliehen

Foto: Lars Heidrich

Als eine besondere Auszeichnung für den Ruf Duisburgs als „internationale, weltoffene Kulturstadt“ würdigte Bürgermeister Manfred Osenger die Verleihung des 25. „Musikpreises der Stadt Duisburg in Verbindung mit der Köhler-Osbahr-Stiftung“ an die schwedische Sopranistin Nina Stemme.

Die vor allem im Wagner-Fach begehrte Sängerin bezeichnete die Ehrung in ihrer Dankesrede im Wilhelm-Lehmbruck-Museum als wohltuende Anerkennung, auch „in diesem Teil Deutschlands“ beachtet zu werden. In der Tat bewegt sich Nina Stemme vor allem auf dem Parkett ganz großer Bühnen und weniger in unserer Region.

Allerdings hat sie nicht vergessen, dass ihre Karriere maßgeblich an der Kölner Oper startete. Dass sie dafür Angebote der Wiener Staatsoper ausgeschlagen hat, wertete Laudator Prof. Dr. Stephan Mösch als Beweis für die Konsequenz, mit der sich Nina Stemme dem Druck der Medienwirtschaft und ehrgeiziger Intendanzen entzieht. „Nina Stemme ist ein Star, aber kein Medienstar. Und eine Primadonna schon gar nicht. Sie hat den Boden unter den Füßen nie verloren“, betonte der bekannte und vielseitige Musikpublizist. Das schließe auch ein, dass man ihr „Unrecht tut, sie auf die Rolle einer Wagner-Sängerin einzuengen“. Ihre Isolde gehöre zwar zu ihren besten Partien, sie setze sich aber auch mit eigenen Wünschen aus dem Repertoire Giacomo Puccinis und Richard Strauss’ durch.

Die Feierstunde wurde musikalisch untermalt von sieben Musikern der Duisburger Philharmoniker, die das Septett B-Dur ihres schwedischen Landsmanns Franz Berwald interpretierten. Ein sanftes Werk, das zugleich einen milden Kontrapunkt zu den dramatischeren Partien der Preisträgerin setzte, deren Kunst Stephan Mösch nicht auf ihre stimmlichen Qualitäten beschränkte, sondern auf die Erfüllung der Rollen ausweitete: „Der Gesang entfaltet sich selbst und wird unwiderstehlich. Das lernt man nicht, das braucht Zeit.“ Und die werde sich die Sängerin auch in Zukunft nehmen, wie sie betonte.

 
 

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