„Musik als Universalsprache“

Der eine Junge kann die Finger nicht von den Gitarrensaiten lassen, sie zum Schwingen zu bringen, ist zu verlockend. Ein paar Plätze weiter reibt ein Mädchen leise mit auf der Handtrommel, um das rauschende Geräusch zu hören. Gerade hat die Klasse 3c der Grundschule Friedenstraße in Hochfeld gezeigt, was sie bei „JeKi – Jedem Kind ein Instrument“ gelernt haben. Ihre jüngeren Mitschüler aus der ersten Klasse starten nun in das Nachfolgeprojekt „JeKits“. 48 Grundschulen in Duisburg beteiligen sich daran, sie hatten neben den Instrumenten auch Tanzen und Singen zur Auswahl.

2007, im Vorgriff auf das Kulturhauptstadtjahr 2010, wurde „JeKi“ initiiert, zunächst nur für Grundschulen im Ruhrgebiet. Nun wird die Landesförderung auf ganz NRW ausgeweitet wird. Mehr Geld gibt es allerdings nicht, und statt über vier Jahre werden die Kinder nur noch in der ersten und zweiten Klasse von Musikpädagogen begleitet.

Die Stadtverwaltung hat gemeinsam mit der Musikschule eine Lösung erarbeitet. Nach dem ersten Jahr, in dem die Kinder nach wie vor im Musikunterricht an die Instrumente – oder jetzt auch ans Singen oder Tanzen, je nach selbstgewähltem Schwerpunkt der Schule – herangeführt werden, lernen sie im zweiten Schuljahr eine Stunde wöchentlich in einer kleinen Gruppe sowie eine Stunde in einem gemischten Ensemble weiter. Kosten für die Eltern monatlich 12 Euro (Gesang) bis 23 Euro (Instrumentenspiel). Empfänger von Sozialleistungen sind befreit.

Im dritten Schuljahr, in dem das Landesprojekt endet, schließt sich dann „JeKits Plus“ an: Lehrkräfte der Musikschule besuchen die Kinder weiterhin und unterrichten vor Ort zu günstigeren Konditionen als sie die Musikschule bieten kann. Für Eltern, die Sozialleistungen empfangen, bleiben nach Einlösen des Bildungsgutscheins zum Beispiel vier Euro im Monat zu zahlen, sonst sind es 28 Euro.

Die Erfahrungen mit „JeKi“, die wegen des ähnlichen Ansatzes auch auf das neue Projekt „JeKits“ übertragen werden können, seien sehr gut, erklärt Karin Stephan, Schulleiterin in Hochfeld. In den Klassen habe sie „Musik als Universalsprache“ erlebt. „Es ist ein Integrationsbeitrag und stärkt das Selbstwertgefühl der Kinder ungemein“, erklärt Stephan. „Und es gibt auch Kinder, die bei ,JeKi’ anfangen und bei ,Jugend musiziert’ weitermachen“, betont Musikschulleiterin Johanna Schie.

 
 

EURE FAVORITEN