Musical „Die Schöne und das Biest“ begeistert in Duisburg

Jonas Schlömer
Donnernden Applaus erhielten alle Beteiligten der Produktion „Die Schöne und das Biest“ bei der Duisburg-Premiere im TaM.
Donnernden Applaus erhielten alle Beteiligten der Produktion „Die Schöne und das Biest“ bei der Duisburg-Premiere im TaM.
Foto: Funke Foto Services
Im Duisburger Theater am Marientor begeistert das Budapester Operettentheater mit dem Musical-Klassiker. Bis Ende Juli ist das Stück im TaM zu sehen.

Duisburg. Die Duisburger Premiere von „Die Schöne und das Biest“ am Freitagabend im nahezu ausverkauften Theater am Marientor (TaM) lockte nicht nur glühende Musicalfans an. So manche männliche Begleitung schlurfte auf den ersten Blick recht lustlos hinter der Liebsten her, um aber schon nach der ersten Szene zu bemerken, dass diese hervorragende Show der ungarischen Künstler das Zeug dazu hat, auch Nicht-Fans sofort mitzureißen.

Schon die Ouvertüre des Orchesters unter der Leitung von Tamás Bolba offenbarte, warum dieses Musical so überzeugend ist. Egal, ob Musik, Schauspiel oder Tanz: Die Zuschauer wurden von Beginn an von der Größe und Klasse der Produktion überwältigt, so viel passierte musikalisch und szenisch in beinahe jedem Moment. Das Musical wurde zu einem fast cineastischen Erlebnis – bloß noch um einiges plastischer als der tatsächliche Film auf der Leinwand. Das Orchester wechselte gekonnt zwischen filigranen Begleitungen für die Solosänger und beinahe hektischen Untermalungen für die Massenszenen. Dafür konnten sich die Musiker hin und wieder eine kurze Pause gönnen, denn kleine Sprechabschnitte unterbrachen die Musikpassagen.

Dank der deutschen Übersetzung konnten auch Zuschauer mit eingerosteten Englischkenntnissen dem Geschehen folgen, tatsächlich dürfte die Geschichte aber den meisten bekannt gewesen sein. Bis heute ist Disneys „Die Schöne und das Biest“ einer der erfolgreichsten Filme des Studios. Voraussehbar wurde der Abend deswegen trotzdem nicht, denn das Team hinter den Kulissen leistete ganze Arbeit. Aufwendige und bewegliche Bühnenbilder, hervorragendes Lichtdesign und einige Pyroeffekte sorgten dafür, dass die Story um die selbstbewusste Belle und die oft beschworene, bedingungslose Liebe Fahrt aufnahm.

Oscarprämierter Komponist

Die Kompositionen Alan Menkens, das konnten die Zuschauer früh feststellen, funktionieren auch im großen Orchester hervorragend. Der achtfache Oscarpreisträger bediente sich für seine Werke des Vokabulars der monumentalen Filmmusik, aber auch Bernsteins Musical-Meisterwerk „West Side Story“ wurde gekonnt zitiert. Der hervorragenden Musik in nichts nach standen die Künstler. Allen voran die bezaubernde Kitti Jenes als Belle, aber auch die „Comic Reliefs“ Gaston (Atilla Németh), Lefou (Atilla Serbán) und Lumiere (Ádám Bálint) sangen und spielten hervorragend, ebenso wie der Rest der Künstler.

Sogar Sándor Barkóczi, der mit der Rolle des ewig wütenden Biests sicher nicht den leichtesten Part zu spielen hatte, überzeugte mit seiner Darstellung eines liebenswerten Unsympathen, der nach vielen Jahren innerer Kämpfe nur langsam Vertrauen zur grundguten Belle aufbauen kann.

Donnernder Applaus und beseelte Blicke der Zuschauer nach der Vorstellung zeugten von der hervorragenden Leistung der Künstler.

Noch bis zum 31. Juli in Duisburg zu Gast

Als der Disney-Zeichentrickfilm „Die Schöne und das Biest“ im November 1991 in die Kinos kam, war die Geschichte, ursprünglich ein Märchen, schon vielfach überarbeitet worden. Die Disney-Adaption mit Texten und Ergänzungen von Howard Ashman und Linda Woolverton und der Musik von Disney-Hauskomponist Alan Menken gewann schließlich einen Oscar und einen Golden Globe.

Die Musicaladaption, die 1994 am Broadway ihre Premiere feierte und von Autor Tim Rice und Komponist Alan Menken um einige Passagen erweitert wurde, haben schätzungsweise 25 Millionen Menschen weltweit besucht. In Deutschland gastierte die Show unter anderem in Stuttgart, Oberhausen und Berlin. Im Rahmen einer Tour des Budapester Operettentheaters macht das Musical jetzt auch in Duisburg Station, noch bis zum 31. Julikann das Musical im TaM besucht werden.