Museumsanbau soll 2018 eröffnen

Drei Jahre nach dem Baustopp am Museum Küppersmühle (MKM) und dem Finanzdebakel für die Gebag geht es jetzt weiter mit den Plänen für einen Museumsanbau: Die neuen Ausstellungsräume baut sich das vermögende Sammlerehepaar Sylvia und Ulrich Ströher aus Darmstadt jetzt selbst, gestern haben sie über den Museumsbetreiber einen konkreten Zeitplan ankündigen lassen. Die Kunstsammler halten trotz des gescheiterten Erstversuchs am renommierten Schweizer Architektenbüro Herzog & de Meuron fest und haben dieses jetzt mit den Planungen beauftragt. Wo der Schrottkubus seit dem Sommer verschwunden ist, soll jetzt ein viergeschossiger Anbau entstehen. Rund ein Jahr soll die Planung der Architekten dauern, für 2016 planen Ströhers den Baubeginn, 2018 soll der Erweiterungsbau fertig sein.

„Wir freuen uns, an dem Ort, wo wir vor Jahren bereits einen wichtigen Museumsbau realisierten, aus heutiger Sicht weiterzubauen“, äußerten sich Herzog & de Meuron, von denen bereits die Pläne des 1999 eröffneten Museums mit 3600qm Ausstellungsfläche stammen. „Der geplante Erweiterungsbau reiht sich in die Kette der eindrucksvollen historischen Backsteinbauten entlang des Hafenbeckens ein. Zugleich definiert der neue Kopfbau den Abschluss der gesamten Gebäudezeile am Hafenbecken. Das neue Projekt ist eine integrierte und ergänzende Architektur“, so die Architekten aus Basel.

Die neue Ausstellungsfläche fällt größer aus als in dem gescheiterten Anbau, der aufs Dach gehoben werden sollte: 2600 statt 2200qm lautet jetzt die Vorgabe, die neuen Räume sollen direkt an das bestehende Museum angebaut werden. Ein erster Entwurf liegt bereits vor, der allerdings nur die Dimension des Anbaus verbildlicht. Träger des Bauvorhabens ist die private MKM-Stiftung, die das Sammlerpaar Ströher gegründet hat. Über die Kosten wollte die Stiftung auf Nachfrage keine Angaben machen.

„Durch den Erweiterungsbau wird die Sammlung von Sylvia und Ulrich Ströher in ihrer ganzen Dimension sichtbar“, erklärte Museumsdirektor Walter Smerling gestern. Die Sammlung Ströher umfasst mit rund 1500 Werken zentrale Positionen deutscher Kunst von internationalem Rang, ausgehend von den 1950er Jahren bis in die Gegenwart. Den Betreibervertrag mit der Stiftung für Kunst und Kultur in Bonn, die das Museum seit 15 Jahren betreibt, hat das Ehepaar Ströher um weitere zwölf Jahre verlängert. „Die Entwicklung der deutschen Kunst nach 1945 mit all ihren Auswirkungen, mit ihren Schlüsselwerken und kunsthistorischen Bezügen wird in besonderer Weise durch die Vergleichsmöglichkeiten der künstlerischen Positionen verdeutlicht“, so Smerling.

Oberbürgermeister Sören Link sprach gestern von einem „weiteren Highlight“ und einer „sehr intensiven Vorarbeit“ von städtischer Seite. Im Kontakt mit den Kunstsammlern und in die Genese der Pläne involviert war auch Kulturdezernent Thomas Krützberg, der sich freut über „die weitere Aufwertung des Museums, das ohnehin für die Duisburger Kunstszene etwas Besonderes“ sei. Dass die Umsetzung der Pläne von Herzog & de Meuron sowohl beim gescheiterten Erstanlauf am Museum als auch bei der Hamburger Elbphilharmonie für Probleme und Kostenexplosionen sorgten, ist für Krützberg kein Grund einen Zweifel an den „hoch renommierten Architekten aufkommen zu lassen: „Was bei der Umsetzung der Pläne geschehen ist, ist ja eine ganz andere Sache. Ich halte die jetzt konzipierte Ausbaustufe für den richtigen Anpack an dieser Stelle.“

Ähnlich sieht es Udo Vohl, Vorsitzender des Kulturausschusses: „Das ist doch endlich einmal eine gute Nachricht für Duisburg. Wir können froh sein, dass sich dort endlich etwas bewegt.“

 
 

EURE FAVORITEN

Deshalb gibt es den Aldi-Äquator

Deshalb gibt es den Aldi-Äquator

Beschreibung anzeigen