Museum Stadt Königsberg verabschiedet sich

Das Kapitel des Museums Stadt Königsberg schließt sich in Duisburg. Am gestrigen Sonntag zogen der langjährige Leiter Lorenz Grimoni, Vertreter der Träger und Stadtgemeinschaft Königsberg sowie Oberbürgermeister Sören Link eine Bilanz. Wegen des großen Interesses wurde der Empfang kurzerhand in die Karmelkirche verlegt. Ein bisschen wehmütig schauten sie zurück, blicken aber gleichzeitig positiv in die Zukunft. Die Sammlung zieht zwar um ins Ostpreußische Landesmuseum nach Lüneburg, doch die Städtepartnerschaft zwischen Duisburg und Königsberg bleibe bestehen, ebenso verbleibt eine umfangreiche Adresskartei in der Stadt an Rhein und Ruhr. Auch der Königsberger Bürgerbrief wird weiterhin in Duisburg herausgegeben.

„Wir haben 48 Jahre dieses Haus geführt, alle ehrenamtlich, aber es gibt kaum noch junge Leute, die sich längerfristig engagieren wollen“, erklärt Lorenz Grimoni. Deshalb haben er und seine Mitstreiter sich gemeinsam mit der Stadt bemüht, mit dem Ostpreußischen Landesmuseum Lüneburg eine Lösung zu finden. Dort passen die Ausstellungsstücke gut in die Sammlung und ergänzen diese, die sich bisher mehr mit Ostpreußen im Allgemeinen beschäftigt haben.

Seit 1968 wurden in der Erinnerungsstätte, zunächst in einer Villa an der Mülheimer Straße, Bilder, Dokumente und sonstige Exponate mit Königsberg-Bezug gesammelt. „Ganz stolz war man 1977, als mit dem Nachlass von Ernst Wiechert gleich ein ganzes Zimmer voll zusammenkam“, erinnert Grimoni. Aus Wiecherts Nachlass stammt auch der Elchkopf, den viele Museumsbesucher kennen. Es zeigte sich allerdings schnell, dass die Räume der Villa nicht für einen Museumsbetrieb nicht geeignet waren. Gleichzeitig mussten sich die Museums-Verantwortlichen immer wieder gegen Kritiker wehren, die in dem Haus einen „Hort des Revanchismus“ sahen. „Da tat es gut, dass uns der Verkehrsverein den Kaisermünzen-Preis verlieh und sich auch Alt-OB Josef Krings schützend vor uns Königsberger stellte“, bedankte sich Grimoni beim Alt-OB, der ebenfalls in die Karmel-Kirche gekommen war.

Stets überfüllte Veranstaltungen, bei denen die Besucher teils auf der Treppe sitzen mussten, und immer wieder neue Exponate machten schließlich einen Umzug nötig. 1992 siedelte sich das Haus in direkter Nachbarschaft zum Kultur- und Stadthistorischen Museum an. Auch bei dieser Eröffnung kamen soviele Interessierte, dass die Feier kurzerhand in die Salvatorkirche verlegt wurde. Die neuen Räume machten auch große Ausstellungen möglich – zu den erfolgreichsten zählte die Schau zu Immanuel Kant. Viele renommierte Kantforscher wirkten mit.

 
 

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