Müllberge bereiten in Duisburg-Hochfeld weiter Probleme

Philip Ronden
Auf der Hochfeldstraße lagern ausrangierte Möbel. Niemand scheint sich darum zu kümmern.
Auf der Hochfeldstraße lagern ausrangierte Möbel. Niemand scheint sich darum zu kümmern.
Foto: Funke Foto Services
Ausrangierte Möbel, zerfetzte Klamotten, Essensreste – nicht alle Bewohner des Stadtteils halten sich an die Regeln. Das sieht man an allen Ecken.

Duisburg. Kissen, zerfetzte Klamotten, Essensreste und Möbel, die man garantiert nicht mehr benutzen kann. Kein schöner Anblick in Hochfelds Straßen, dabei steht doch an einer Häuserfassade: „Schöner wohnen in Hochfeld.“ „Die Müllbelastung in Hochfeld ist eindeutig höher als in anderen Stadtteilen“, stellt Silke Kersken, Pressesprecherin der Wirtschaftsbetriebe, fest. „Besonders auf der Wanheimer Straße“, fügt sie hinzu. Auch auf den abzweigenden Wegen, etwa Heer- und Siechenhausstraße lagert eine Menge Abfall.

Dabei liegt’s offenbar nicht an dem mangelnden Reinigungsservice der Wirtschaftsbetriebe: „Straßenreinigungen und Abfallabholung erfolgen regelmäßig und intensiv.“ Sogar eine kostenlose Abfall-App (WBD Abfall) haben die Wirtschaftsbetriebe bereits 2013 eingerichtet. Diese informiert Nutzer über anstehende Leerungen der Tonnen und die Standorte der vier großen Recyclinghöfe in Duisburg. Außerdem gibt’s bei der App eine Meldefunktion für Nutzer, um die Wirtschaftsbetriebe auf wilde Müllkippen aufmerksam zu machen. Unter 0203-283 6000 kann man zudem Müllberge melden. 7859 Kippen wurden stadtweit im vergangenen Jahr angezeigt. Zum Vergleich: 2014 waren es nur 7136. Werden die Mitarbeiter informiert, bemühen sie sich, den Abfall innerhalb von 48 Stunden zu beseitigen. Teilweise ermittelt das Ordnungsamt gegen die Müllsünder.

Flyer informieren in zahlreichen Sprachen, darunter Türkisch, Rumänisch, Bulgarisch, Polnisch und Hoch-Arabisch, informieren, wie der Abfall getrennt werden kann. „Es ist besser geworden, aber vielfach haben die Menschen, die zu uns kommen, andere Probleme als die Mülltrennung“, weiß Kersken. Deshalb arbeiten die Wirtschaftsbetriebe auch mit Runden Tischen und Vereinen zusammen, um über das Thema zu informieren.

"Situation in Hochfeld war schon schlimmer"

Maßnahmen, die auch Georg Fobbe, Leiter des Stadteilbüros Hochfeld der Entwicklungsgesellschaft Duisburg, begrüßt. Er setzt bei der Müll-Thematik besonders auf Eigenverantwortung. „Wir haben hier wirklich ungewöhnlich hohe Müllprobleme“, gibt er zu und ergänzt: „Die Maßnahmen können noch so gut sein, letztlich liegt es an der Einstellung der Menschen.“ Dabei sieht er jeden Einzelnen gleichermaßen in der Pflicht. Oft kommt es nämlich vor, dass der Abfall von Bürgern nicht ordnungsgemäß entsorgt und getrennt wird.

Fobbe geht bei der Müll-Problematik auch auf die Situation der Flüchtlinge und Zuwanderer ein: „Menschen, die neu in Deutschland sind, müssen über die Entsorgungs-Regeln aufgeklärt werden“, sagt er. Silke Kersken betont: „Da auch Personen zu uns kommen, die nicht lesen können, haben wir einen Flyer mit Bildern ausgearbeitet.“

Eine Maßnahme, die den positiven Trend in Hochfeld, den Georg Fobbe erkannt hat, weiter vorantreiben könnte: „Die Situation in Hochfeld war schon schlimmer. Es bessert sich langsam, aber es ist noch viel Arbeit.“ Er appelliert an die Vernunft der Hochfelder.