Duisburg

Mücken, Hitze, Stromausfälle - So geht es Bivsi (14) aus Duisburg nach ihrer Abschiebung nach Nepal

Aus dem Klassenraum zur Abschiebung - Der Schock bei den Duisburger Schülern sitzt tief

Am Montagmorgen wurde die 14-jährige Bivsi von der Duisburger Ausländerbehörde abgeholt. Zusammen mit ihren Eltern wurde sie nach Nepal abgeschoben. Für ihre Mitschüler war das ein Schock. Sie hatten nicht einmal Zeit sich zu verabschieden.
Do, 01.06.2017, 14.31 Uhr

Am Montagmorgen wurde die 14-jährige Bivsi von der Duisburger Ausländerbehörde abgeholt. Zusammen mit ihren Eltern wurde sie nach Nepal abgeschoben. Für ihre Mitschüler war das ein Schock. Sie hatten nicht einmal Zeit sich zu verabschieden.

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  • Bivsi (14) wurde vor mehr als zwei Wochen aus Duisburg abgeschoben
  • Jetzt lebt sie mit ihrer Familie in Nepal
  • Sie hofft weiter auf eine Rückkehr nach Deutschland

Duisburg. Am Ende musste alles ganz schnell gehen. Mitarbeiter der Ausländerbehörde holten Bivsi (14) aus dem Unterricht im Steinbart-Gymnasium in Duisburg. Schon wenig später wurde sie zusammen mit ihrer Familie abgeschoben. Das ist jetzt mehr als zwei Wochen her.

Bivsi lebt seitdem mit ihren Eltern in Nepal. „Schön hier. Aber ich will zurück nach Hause“, sagt sie im Gespräch mit dem WDR, der Bivsi besucht hat.

Bivsi (14) fühlt sich in der alten Heimat ihrer Eltern fremd

Die Zukunft des Mädchens ist weiter unklar. Wegen der hektischen Abschiebung konnte sie ihre Zeugnisse aus Deutschland nicht mitnehmen. Die brauchen die Schulen in Nepal aber. Ein weiteres Problem: Bivsi spricht nur Magar, in der möglichen neuen Schule wird aber Nepali gesprochen.

Mit Nepal fremdelt Bivsi immer noch. Mücken, Hitze, häufige Stromausfälle. Die gebürtige Duisburgerin fühlt sich in der alten Heimat ihrer Eltern fremd.

Wird die Familie auseinandergerissen?

Auch deshalb hofft sie laut WDR weiterhin auf eine Rückkehr nach Deutschland - allerdings nur mit ihren Eltern: „Ich habe Angst, dass wir auseinandergerissen werden.“ Alle möglichen Lösungen drehen sich bisher aber nur um Bivsis Rückkehr.

Ihr Vater hatte in seinem Asylantrag aus Angst damals einen falschen Namen angegeben. Das bereut er laut WDR heute: „Das war der Fehler meines Lebens!“

Große Solidarität aus Duisburg

Hoffnung dürfte Bvisi allerdings die große Solidarität der Duisburger geben. Es gab sogar eine Demonstration für ihre Rückkehr. Vielleicht wird dadurch doch noch eine Lösung möglich. Zur Not würde ihr Vater Bivsi auch alleine zurückschicken: „Wenn es gar nicht anders geht, würde ich das machen.“

(fel)

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