Mozart kommt als Rokoko-Rockstar ins Duisburger TaM

Hauptdarsteller in zivil (v.l.) und auf noch dunkler Bühne: Maximilian Mann, Oedo Kuipers, Anna Hofbauer und Ann Christin Elverum.
Hauptdarsteller in zivil (v.l.) und auf noch dunkler Bühne: Maximilian Mann, Oedo Kuipers, Anna Hofbauer und Ann Christin Elverum.
Foto: Jörg Schimmel / Funke Foto Services
  • Die Wiener Inszenierung von Harry Kupfer ist viermal im TaM zu sehen
  • Anschließend geht die Produktion für 40 Vorstellungen nach Shanghai
  • Mindestens zwölf Container werden ab Duisburg mit dem Zug nach China transportiert

Duisburg.. Wenn eine Regie-Legende wie Harry Kupfer die Inszenierung eines Musicals übernimmt, darf man große Erwartungen hegen. „Mozart!“ von Michael Kunze und Sylvester Levay „genügt höchsten Ansprüchen“, sagt Produzentin Andrea Friedrichs, die seit Mitte September im Theater am Marientor die Duisburg-Premiere und das anschließende Gastspiel in Shanghai vorbereitet.

"Bachelorette" Anna Hofbauer spielt Mozarts Frau Constanze

Bei der Auswahl der Hauptdarsteller hatte Kupfer das letzte Wort. Ein mit 21 Musikern für die Branche ungewöhnlich großes Orchester, dazu ein äußerst wandlungsfähiges Bühnenbild sind weitere Bausteine für den Bühnenerfolg der Geschichte, die Mozart als Rockstar im Rokoko zeigt. „Er ist ein tragischer Charakter, weil er sich immer wieder entscheiden muss zwischen Kunst und Leben – das empfinde ich auch so“, sagt Mozart-Darsteller Odeo Kuipers, der schon in der Wiener Fassung von 2015 dabei war.

Als Mozarts Ehefrau Constanze ist Anna Hofbauer zu erleben, die dem Publikum der RTL-Kuppel-Show als „Bachelorette“ bekannt ist. „Das Fernsehen war ein Ausflug. Mir war immer klar, dass ich wieder als Musical-Sängerin arbeiten würde“, sagt die Darstellerin, die (große Ausnahme!) übrigens nach wie vor mit ihrem „auserwählten“ Marvin Albrecht zusammen ist. Als Constanze, die sich vom jungen Mädchen von ihrer Familie löst zur Frau entwickelt, die ihre große Liebe findet, meldet sie sich auf der Bühne zurück. Ebenfalls eine wichtige Frau für Mozart war die Baronin von Waldstätten. Ann Christin Elverum spielt die rundum positiv gezeichnete Baronin, die für das junge Genie „wie eine Fee, wie ein Schutzengel“ ist.

Nach Duisburg gastiert die Produktion in Shanghai

Maximilian Mann spielt den Fürstbischof Hieronymus Colloredo, der als erster Arbeitgeber Mozarts in Salzburg das Genie zwar erkennt, aber geradezu daran verzweifelt, dass diesem Musiker und Freigeist stets alles gelingt, während es ihm, intelligent, gebildet und logisch denkend, anders ergeht – und gehorchen will dieser Mozart auch nicht! „Colloredo ist ein Gefangener seiner Zeit.“

Wenn sich am 23. Oktober der Vorhang im TaM geschlossen hat, reist die Produktion nach Shanghai – in mindestens zwölf Containern per Zug von Duisburg nach China. An Shanghai, wo ab 16. Dezember 40 Vorstellungen angesetzt sind, erinnern sich Andrea Friedrichs und Maximilian Mann ausgesprochen gern. Sie waren bereits mit „Elisabeth“ im Culture Square Theatre zu Gast. „Wir wurden gefeiert wie Rockstars“, sagt Mann. Und nach der letzten Vorstellung verabschiedete das Publikum die Künstler mit einem „Auf Wiedersehen“-Lied – in Deutsch.

Kartenvorverkauf startet ab sofort

Gleich vier Kinder-Darsteller benötigt die Produktion, denn das „Wunderkind“ Amadé ist während der gesamten Spielzeit von gut zwei Stunden auf der Bühne. Die vier Kinder waren schon in Wien dabei und kommen mit Familien nach Duisburg.

Vier Vorstellungen gibt es vom 21. bis 23. Oktober im TaM: Am Freitag um 19.30 Uhr, Samstag um 15 und 19.30 Uhr, Sonntag um 14.30 Uhr. Karten (34 bis 74 Euro, Kinder und Jugendliche bis 16 die Hälfte) auch im Leserladen am Harry-Epstein-Platz.

 
 

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