Duisburg

Mordprozess in Duisburg: Angeklagter (40) erschlägt Bekannten mit Axt und beklaut ihn – das ist sein erschreckendes Motiv

Der Angeklagte Nikolai K. mit seinem Rechtsanwalt vor dem Duisburger Landgericht. Er soll einen 82-Jährigen mit einer Axt erschlagen und ihn dann ausgeraubt haben.
Der Angeklagte Nikolai K. mit seinem Rechtsanwalt vor dem Duisburger Landgericht. Er soll einen 82-Jährigen mit einer Axt erschlagen und ihn dann ausgeraubt haben.
Foto: Madeline Jäger

Duisburg. Mordprozess in Duisburg: Der 40-jährige Nikolai K. muss sich am Donnerstag vor dem Schwurgericht verantworten. Er tritt in den Saal ohne sich umzusehen, will sich nicht zeigen. Niemandem. Die Tat, die ihm vorgeworfen wird macht betroffen.

K. soll am 15. September 2018 seinen guten Bekannten von hinten mit einer Axt erschlagen haben. Nach dem brutalen Tod des 82-Jährigen soll Nikolai K. dem Pensionär zuerst 200 Euro gestohlen und dann seine Scheckkarte mitgenommen haben, von der er dann 1000 abgehoben hat. Besonders makaber: Der Angeklagte und das Mordopfer kannten sich schon seit Jahren und pflegten eine fast freundschaftliche Beziehung.

Mordprozess in Duisburg: Angeklagter berichtet über seine Spielsucht

Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft klingt schrecklich. Heimtückisch und aus Habgier soll der Angeklagte den Mann getötet und sein Geld anschließend in verschiedenen Spielotheken verspielt haben.

Am Donnerstagmorgen begann der Prozess in Duisburg mit dem Geständnis des Angeklagten. Der 40-jährige Dachdecker gab mit einer handschriftlichen Erklärung gegenüber dem Schwurgericht zu, den 82-jährigen ehemaligen Lehrer mit einem Beil erschlagen zu haben.

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Der Grund für die brutale Tat soll seine Spielsucht sein, die in den letzten Jahren dramatische Ausmaße in Form von hohen Schulden angenommen habe.

„In den letzten Jahren habe ich immer mehr Geld verspielt“

„In den letzten Jahren habe ich immer mehr Geld verspielt“, so der Wortlaut der Erklärung. An dem Tag wollte ich mir bei Herr B. Geld leihen. Meine Eltern und Verwandten hätten mir nichts mehr geliehen, weil sie von meiner Spielsucht wussten“, so der Angklagte Nikolai K. in der Erklärung, die sein Rechtsanwalt am Donnerstag vorliest . Weiter will sich Nikolai K. nicht zu den Vorwürfen äußern, die im Raum stehen.

Anders als viele Zeugen, die am Donnerstag vor dem Duisburger Schwurgericht den erschreckenden Fundort der Leiche beschreiben müssen.

Tatabend: Gute Freundin des Mordopfers macht sich Sorgen

Eine langjährige Freundin des 82-jährigen Opfers hatte sich am besagten Samstagabend Sorgen gemacht. Das Opfer und sie pflegten seit Jahrzehnten eine innige Freundschaft und kümmerten sich umeinander. Ihr Ritual: Jeden Mittag und jeden Abend vor dem Zubettgehen telefonierten sie miteinander, um sich „eine gute Nacht zu wünschen“, wie es Zeugin Ursula E. (81) beschreibt.

Als sie ihren Freund selbst nach mehreren Versuchen einfach nicht erreichte, fing sie an sich große Sorgen zu machen. „Ich habe befürchtet, dass er einen Schlaganfall gehabt haben könnte“, so die Zeugin.

Zeugin findet Leiche ihres Freundes: „Ich habe das Blut gesehen und Hirnmasse, die ausgetreten war“

Sie machte sich gemeinsam mit ihrem Neffen auf den Weg zu ihrem langjährigen Freund, um nach ihm zu sehen. Vor Ort bot sich ihr und ihrem Neffen dann ein Bild des Schreckens. Ich sah die große Blutlache hinter seinem Kopf, zuerst habe sie noch gehofft, ihn retten zu können.

Als es Ursula E. und ihrem Neffen gelingt in die Wohnung zu kommen, sehen sie jedoch schnell, dass nichts mehr zu machen ist. „Ich habe das Blut gesehen und Hirnmasse, die ausgetreten war, trotzdem habe ich nach seiner Halsschlagader getastet, doch er war schon ganz kalt“, so die Zeugin sichtlich mitgenommen.

Als der Richter sie darauf anspricht, wie sie den Fund der Leiche ihres guten Freundes verkraftet habe antwortet sie nur: „Fragen Sie nicht.“

Mord-Prozess für vier weitere Prozesstage angesetzt

Das 82-jährige Opfer war einst, als er noch die Hauptschule besucht hat, der Lehrer des 40-Jährigen. Um sich Geld zu verdienen, erledigte Nikolai K. immer wieder Reparatur- und Gartenarbeiten bei Herrn B.

Die Anklage lautet auf Mord. Der nächste Prozesstag soll am 28. Februar stattfinden. (mj)

 
 

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