Mord- und Totschlagsdelikte in Duisburg haben sich verdreifacht

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Die Duisburger Polizei legt ihren Kriminalitätsbericht 2013 vor: Sie hat eine Verdreifachung bei den Mord- und Totschlagsdelikten, mehr Einbrüche und mehr Schwarzfahrer als im Vorjahr zu verzeichnen. Viele andere Entwicklungen seien jedoch positiv, freut sich Polizeipräsidentin Dr. Elke Bartels.

Duisburg. Weniger verübte Taten, mehr ermittelte Tatverdächtige und dadurch auch eine höhere Aufklärungsquote: Kein Wunder, dass das Fazit von Polizeipräsidentin Dr. Elke Bartels bei der Vorstellung des Kriminalitätsberichtes 2013 lautete: „Wir können zufrieden sein.“ Sorgen bereiten allerdings mit Blick auf die Statistiken nicht nur die gestiegenen Zahlen im Bereich Wohnungseinbruch und Raub, sondern vor allem der Anstieg bei Mord- und Totschlagsdelikten. Hier gab es eine Verdreifachung des Vorjahreswertes von neun auf nunmehr 27.

Die Polizei registrierte in 2013 insgesamt 52.048 Fälle – 707 (oder 1,34%) weniger als im Vorjahr. Es gab 19.352 ermittelte Tatverdächtige und damit 1283 mehr als 2012. „Bei 70 Prozent handelte es sich um Duisburger Bürger, der Rest kam von außerhalb“, sagte Kripo-Chef Dieter Kretzer. Die Aufklärungsquote verbesserte sich auf 52,57% (plus 2,5%). „Damit liegen wir über dem Landesschnitt“, ordnete Bartels ein.

Präventions-Kampagne hat Wirkung gezeigt

Bei den 27 „Straftaten gegen das Leben“ wurden insgesamt 32 Menschen angegriffen. Elf von ihnen starben (sieben Männer, vier Frauen). Bei einem dieser Fälle handelte es sich um Mord (in Bergheim, der Täter strangulierte seine Partnerin mit dem Gürtel eines Bademantels), die übrigen Fälle waren Totschlag oder fahrlässige Tötung. „Das sind jeweils die höchsten Werte in den vergangenen zehn Jahren“, stellte Dieter Kretzer klar.

Auffällig: Es gab fünf Prozent mehr Wohnungseinbrüche als im Vorjahr (von 1590 auf 1670 Fälle). Aufgeklärt wurden 228 Fälle – ein Wert von 13,65%. „Die Polizei weiß, welch große Bedeutung diese Delikte für das Sicherheitsempfinden der Bürger haben. „Deswegen werden wir auch in 2014 unseren Fokus darauf legen“, versprach Kretzer. Die Präventions-Kampagne „Riegel vor!“ hätte aber bereits ihre Wirkung gezeigt: Bei 710 der 1670 Einbrüche blieb es beim Versuch, weil die Täter wegen vorhandener Sicherheitstechnik an Türen und Fenstern nicht schnell genug an ihr Ziel kamen und aufgaben.

Drastischer Anstieg bei Schwarzfahrern

Stark rückläufig ist auch der Bereich „Diebstahl“: minus 3,3 Prozent beim Ladendiebstahl, gar jeweils minus 20 Prozent beim Taschendiebstahl und bei Diebstahldelikten aus Kfz. Beim Handtaschenraub ging die Zahl von 71 in 2012 auf nunmehr 59 zurück. „Dafür gab es mehr Raubüberfälle auf Spielhallen und Geschäfte.

Es gab 262 Sexualdelikte – darunter 58 Fälle der Vergewaltigung oder der schweren sexuellen Nötigung (minus 4). „Bei den meisten Tätern handelte es sich um Personen aus dem sozialen Umfeld des Opfers“, so Kretzer.

Und bei zwölf Prozent aller Delikte handelte es sich um Schwarzfahrer in Bus und Bahn – das ist ein drastischer Anstieg von 4513 Fällen in 2012 auf 6064.

 
 

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