Mit Spikes kommen auch Radler durch

Verena Barton Andrews
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Duisburg. Die vergangenen, schneereichen Tage haben nicht nur vielen Autofahrern zu schaffen gemacht. Vor allem Radfahrer sahen sich mit erheblichen Beeinträchtigungen konfrontiert. „Wir fangen erst an, auf den Radwegen zu streuen, wenn die Straßen frei sind“, erklärt Pressesprecherin Sarah Mdaghis von den Wirtschaftsbetrieben. Und das habe seit dem Einsetzen der ersten Schneefälle einige Zeit in Anspruch genommen.

„In der Innenstadt geht es gut, Richtung Buchholz wird es schwieriger“, erklärte gestern Radlerin Alicia Kowalska. Mehr als eine Woche sah es für den größten Teil des rund 400 Kilometer langen Radnetzes im Stadtgebiet schlecht aus, denn die großen Schneeräumer schoben die weiße Masse von den Straßen an den Rand, genau auf den Radweg. Auch der Schnee vor Hauseingängen wurde von einigen Bewohnern in diese Richtung befördert. Ein Großteil der Wege ist immer noch vereist. Viele Radler kapitulieren angesichts dieser Schneemassen.

Hardcore-Fahrer fahren bei jedem Wetter

Einer davon ist Jörg Mentel, Fahrradmechaniker an der Radstation am Hauptbahnhof: „Das möchte ich meinem Arbeitgeber bei diesen Witterungsverhältnissen nicht antun“, sagt er: Das Risiko eines Sturzes und einer ernsthaften Verletzung sei ihm einfach zu hoch. „Aber wir haben hier auch Hardcore-Fahrer, die fahren knallhart und wetterunabhängig.“ Jeden Tag kämen rund 30 Stammkunden zur Radstation, selbst bei zentimeterhohem Neuschnee und Eis.

Auch die 20 Stationen des Fahrradverleihs Metropolradruhr geben bei der schlechten Witterung ihre Räder aus: „Wir haben den Fuhrpark zwar im Winter um gut die Hälfte reduziert und die Bikes eingelagert, aber die Stationen sind alle offen“, sagt Pressesprecherin Mareike Rauchhaus. Und es kämen, trotz Schnees, nach wie vor Kunden, um Räder zu leihen. „Mit unseren Rädern kommt man relativ gut bei Schnee und Glätte vorwärts, weil die Reifen breit sind und ein starkes Profil haben.“ Sie selbst fahre auch weiterhin Rad, aber nicht mehr mit ihrem eigenen: „Meine Trekking-Reifen sind zu dünn und rutschen weg.“ Deshalb hat sie sich nun selbst einen Drahtesel geliehen.

Auch Mentel weiß, wie wichtig eine gute Bereifung auf Schnee ist. Viele seiner Alljahres-Radler hätten ihre Räder deshalb den Winterverhältnissen angepasst. „Es empfiehlt sich, einen zweiten Laufradsatz mit Spikes zu fahren“, sagt der Fachmann. Außerdem rät er zu Signalweste und Helm. Wer sich keinen zweiten Laufradsatz zulegen möchte, dem empfiehlt er, bei Schnee den Luftdruck im Reifen zu senken, ähnlich wie beim Auto. Auf Eis sollten Radler das Fahren vermeiden.