Düsseldorf

Mit dieser Strategie versuchen die Verteidiger den Loveparade-Prozess weiter aufzuhalten

Der Loveparade-Prozess dauert mehr als 100 Verhandlungstage.
Der Loveparade-Prozess dauert mehr als 100 Verhandlungstage.
Foto: dpa

Düsseldorf. Der extra angemietete Gerichtssaal an der Messe Düsseldorf fasst 500 Menschen. Doch die sind am zweiten Verhandlungstag nicht gekommen. Nur wenige Zuschauer (ca. 10) und nur noch wenige Medienvertreter sitzen im Saal.

Zunächst geht es um Anträge, die die Verteidiger am ersten Prozesstag (Freitag) stellten. Der Befangenheitsantrag zweier Ergänzungsschöffen lehnte das Gericht schon am Dienstagabend ab. Das verkündete Richter Mario Plein zum Auftakt des Prozesstages.

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Das ist der Grund für den Antrag der Verteidiger

Dem Antrag nach hatten die Ergänzungs-Schöffen Kinder, die nicht direkt betroffen sind, aber an der Katastrophe hätten teilnehmen können. Der erste Schöffe habe zwei Töchter, die da waren, aber vor der Katastrophe schon wieder den Ort verlassen hatten.

Der zweite Schöffe soll einen Sohn haben, der bei der freiwilligen Feuerwehr ist, an dem Tag im Einsatz war, aber nicht bei der Loveparade.

Die Verteidiger argumentieren, dass die Schöffen denken könnten: Mein Kind hätte dabei sein können.

Verteidiger rügen das Gericht

Außerdem erklärten die Verteidiger, dass das Gericht falsch besetzt sei. Sie sprechen von einer Besetzungsrüge.

Hintergrund der Rüge, die aus 72 Seiten besteht und vor Gericht vorgelesen wird: Das Oberlandesgericht hatte das Verfahren einer anderen Strafkammer übertragen. Die Verteidiger wollen nachweisen, dass dies nicht rechtens sei.

Der Prozess wird sich noch Monate hinziehen. Vor dem Start des zweiten Prozesstages hat das Landgericht die Termine von März bis Ende 2018 herausgegeben

 
 

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