Mit der Smartphone-Führung durch die Duisburger Altstadt

Johannes Bansner
Eine Führung durch die Altstadt gab’s von Stadtführer Frank Switala und Ratsfrau Britta Söntgerath (Piraten, vorn).
Eine Führung durch die Altstadt gab’s von Stadtführer Frank Switala und Ratsfrau Britta Söntgerath (Piraten, vorn).
Foto: FUNKE Foto Services
Jugendliche planen einen digitalen Kulturführer auf der Basis einer Smartphone-App. Arbeitstitel des Projekts: „Stadtgeschichte mal anders erzählt“.

Duisburg. Entspannt schlendert Tobias Lehrke über die Münzstraße und lauscht an jeder historischen Ecke den Worten des Stadtführers Frank Switala: „Münzstraße sagt ja schon, dass hier mal viel Geld geflossen ist. Das war mal Duisburgs bedeutendste Einkaufsmeile. Wie man sieht, entspricht der Name nicht mehr der Gegenwart.“

Stadtgeschichte soll digitalisiert werden

Der 17-jährige Duisburger Gymnasiast Tobias unternimmt den Rundgang durch die Altstadt aus einem bestimmten Grund: die Stadtgeschichte soll digitalisiert werden. Dafür treffen sich 15 Jugendliche aus Duisburg und Düsseldorf unter der Leitung von Lea Hochstrat bereits zum zweiten Mal. „Zuerst geht’s darum, dass die Schüler praktisch erfahren was es heißt, etwas zu programmieren. Der Theorieteil in der Schule reicht diesen Freiwilligen nicht aus. Am Ende des Projektes kann eine App herauskommen, die es spielerisch ermöglicht, die Stadt zu erkunden“, erklärt die Kunstwissenschaft-Studentin Lea Hochstrat. Ein moderner Kulturführer unter dem Arbeitstitel „Stadtgeschichte mal anders erzählt“ soll entstehen. Für die Entwicklung dieser App gehöre neben dem Stadt-Erkunden zudem die Definition der Zielgruppe und ihre Erwartungen, der Spielaufbau und das Design.

Kultur kommt auf das Handy

Auch Ashly Corera aus Duisburg macht mit. Der junge Mann möchte einen Job mit Zukunft. „Ich denke, dass Programmieren und generell mechatronische Berufe sehr gefragt sind“, sagt Ashly . „Ich will endlich in die Praxis. Der Theorieteil in der Schule ist gut und schön, aber kann nicht das praktische Umsetzen ersetzen.“ Er gibt zu, dass er sich nicht sonderlich für die Stadtgeschichte interessiere, aber für die App möchte er sich darüber informieren.

Die Informatiker-Truppe setzt ihren Rundgang fort. Vorbei an der Beekstraße und der Brache geht’s am Innenhafen und den alten Speichern entlang. Mit dabei ist auch Britta Söntgerath, die das Projekt seit Tag eins begleitet. „Wir wollen Kultur wieder lebendig, interessant und vor allem zeitgemäß gestalten. Im Zeitalter von Smartphones kann man wunderbar die Sehenswürdigkeiten digitalisieren. Oder eben auch spielerisch auf dem Handy erlebbar machen“, so die Ratsfrau.

Projekt mit dem Nachbarland

Hervorgegangen ist die Idee zu „Stadtgeschichte mal anders erzählt“ aus dem deutsch-niederländischen Projekt „International Junior Councillor Advisor“. Die Entwicklung der App erfolgt mit Schülern des Luisen-Gymnasiums aus Düsseldorf und Oberstufenschülern aus Duisburg, die zusammen im Mercator-Gymnasium den Informatik-Leistungskurs besuchen.