Mit dem Liegefahrrad von Rumeln zur Arbeit nach Düsseldorf

Martin Krampitz
Liegeradtreff des ADFC in Duisburg am Lebensretterbrunnen in der Innenstadt am 13.02.2011. Von hier aus wird spontan geplant, wo die Fahrt hin geht (v.l.): Uwe Ihlow, Robert Frischemeier, Karsten Göpel und Holger Stadnik. Foto: Kerstin Bögeholz / WAZ FotoPool
Liegeradtreff des ADFC in Duisburg am Lebensretterbrunnen in der Innenstadt am 13.02.2011. Von hier aus wird spontan geplant, wo die Fahrt hin geht (v.l.): Uwe Ihlow, Robert Frischemeier, Karsten Göpel und Holger Stadnik. Foto: Kerstin Bögeholz / WAZ FotoPool
Foto: WAZ FotoPool

Duisburg/Düsseldorf. Robert Frischemeier fährt mit dem Liegerad von Duisburg zur Arbeit nach Düsseldorf. Der Physik-Ingenieur (51) radelt täglich aus Rumeln in den Süden der Landeshauptstadt. 47 Kilometer hin, 47 Kilometer zurück.

Da bleiben die Passanten stehen, einige knipsen Bilder: Mitten auf der Königstraße stehen seltsame Fahrräder. Ungewöhnlich flach sind sie und stecken voller Technik. Man nennt sie Liegefahrräder. Ihre Fahrer, Männer zwischen 30 und 51 mit frischen, geröteten und braun gebranntem, von Wind und Sonne gegerbten Gesichtern, drehen pfeilschnell einige Runden um den Life-Saver-Brunnen.

"Es macht tierisch Spaß"

Einmal im Monat, Sonntagmorgens, treffen sie sich hier, die „Rudi Altigs“ des 21. Jahrhunderts. Einer, der schon lange dabei ist, heißt Robert Frischemeier. Auch dieser Name passt gut zu seinem Lieblingshobby. „Am Anfang suchte ich ein bequemes Reiserad“, sagt der 51-jährige Physik-Ingenieur aus Rumeln. „Ein Freund von mir hatte ein Liegefahrrad. Das habe ich von ihm ausgeliehen und Probe gefahren Dann habe ich mir selbst eins bestellt. Zwischenzeitlich ist die ganze Familie Liegerad gefahren.“ Seiner Frau und seinen beiden erwachsenen Töchter gefiel‘s.

Frischemeier arbeitet bei einer Chemiefirma. „Als ich vom Standort Leverkusen in den Düsseldorfer Süden wechselte, klappte es mit dem Zugfahren nicht. Denn ich musste dauernd umsteigen und brauchte eine Stunde und 18 Minuten. Da bin ich lieber mit dem Liegefahrrad zur Firma nach Düsseldorf-Hamm gefahren.“ Außerdem sei es für Kopf, Schultern und Rücken besser, halt gesünder. „Und es macht tierisch Spaß!“

104 km/h Höchstgeschwindigkeit

Seitdem düst Frischemeier jeden Werktag von Rumeln nach Düsseldorf, 47 Kilometer eine Strecke: „Pro Fahrt brauche ich knapp drei Stunden.“ Wöchentlich kommt der begeisterte Liegeradfahrer auf 500 Kilometer. „Jetzt habe ich rund 26 000 Kilometer in meinem Quest zusammen.“ Das Quest ist ein weißes, windschnittiges Liegerad aus holländischer Produktion, gefertigt aus Glasfaser. Es wiegt 36 Kilo, kostet rund 5500 Euro, fährt im Schnitt 31 Stundenkilometer. „Inklusive Trödel- und Einkaufsfahrten“, so Frischemeier. „Meine Höchstgeschwindigkeit liegt bei 104 km/h. Das war an einem Abhang auf der Rhön.“

Ob es regnet oder schneit, „Frischi“ ist bereit: „Man ist gut wettergeschützt. Es guckt ja nur der Kopf raus. Und wenn einem kalt ist, muss man eben schneller fahren.“