Mit dem elektrischen Ruhrauto-e in Duisburg unterwegs

Elena Zay
Fünf E-Autos stehen ab sofort an der Stromtanksäule am Philosophenweg im Duisburger Innenhafen.
Fünf E-Autos stehen ab sofort an der Stromtanksäule am Philosophenweg im Duisburger Innenhafen.
Foto: WAZ-Fotopool
Das Projekt Ruhrauto-e erweitert seine Fahrzeugflotte in Duisburg. Ab sofort stehen fünf Elektro-Autos im Innenhafen und können ausgeliehen werden. Partner wie Drive Car Sharing, die Uni Duisburg Essen und der VRR wollen das Ruhrgebiet stärker vernetzen. Die Autos stehen in Zukunft an den E-Tankstellen bereit.

Duisburg. Der Zweisitzer soll’s sein. „So einen bin ich noch nie gefahren“, sagt Lars Lueneberg und deutet auf den weißen Smart. Geräuschlos springt das Fahrzeug an, als der Maschinenbau-Student zusammen mit seinem Kommilitonen Lukas Weiß drinnen sitzt. „Eigentlich habe ich schon einen Wagen“, sagt Lueneberg und drückt aufs Gas. Aber er wollte unbedingt mal Elektro-Auto fahren.

Dazu haben künftig nicht nur die beiden Studenten Gelegenheit. Fünf Fahrzeuge mit Elektromotor stehen ab sofort an der Stromtankstelle im Innenhafen zur Miete bereit und warten auf Fahrer. Ein weiteres Auto gibt es bereits auf dem Duisburger Uni-Campus. Damit gewinnt das vom Bundesverkehrsministerium geförderte Projekt Ruhrauto-e auch in Duisburg an Boden.

Ruhrauto-e in sechs Städten

„In insgesamt sechs Städten haben wir inzwischen Elektro-Autos in unser Angebot aufgenommen“, erklärt Andreas Allebrod, Geschäftsführer von Drive Car Sharing. Als einer der Partner des Ruhrauto-e-Projekts ist er zuversichtlich, dass Elektrofahrzeuge zunehmender Bestandteil des Verkehrsnetzes werden. Kunden bräuchten zwar immer etwas Anlaufzeit, sagt Allebrod. „Doch bereits jetzt werden die E-Mobile in vielen Teilen des Ruhrgebiets gut angenommen.“ Kooperationspartner wie die Uni Duisburg-Essen oder der VRR ermöglichten zudem eine stärkere Vernetzung.

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Schon seit 2010 steht am Philosophenweg eine Stromtankstelle. „Vor allem für unsere Mieter in der Nähe haben wir die damals installiert“, erklärt Dörthe Hoffmann vom Wohnungsunternehmen Vivawest. „Die Resonanz war allerdings nicht sehr rege.“ Für frischen Wind an der zwischenzeitlich verwaisten Säule soll nun die Kooperation mit Ruhrauto-e sorgen. „Vor allem die ökologische und günstige Vernetzung der Metropole Ruhr macht das Projekt für uns so attraktiv“, erklärt Hoffmann. Gerade in der Innenstadt brauche nicht jeder Bürger ein eigenes Auto. Das Car Sharing ermögliche es den Duisburgern hingegen, bei Bedarf auf ein Fahrzeug zuzugreifen – „vor allem für finanzschwache Bürger und Gelegenheitsfahrer ist das ein zukunftsträchtiges Modell“.

Die Ansicht teilen Testfahrer Lars Lueneberg und Lukas Weiß. „Das Fahren macht schon Spaß“, meint Lukas Weiß, als er nach einer halben Stunde Probefahrt wieder aus dem Wagen steigt. Und sparsamer sei es auch. „Einige Fragen bleiben aber offen. Was ist zum Beispiel, wenn ich bei Bedarf keine Tankmöglichkeit in der Nähe finde?“ Dennoch soll die kleine Probe-Spritztour nicht die letzte gewesen sein. Die Studenten wollen sich bei Ruhrauto-e anmelden. Nicht für den Alltag, sagt Weiß. „Einfach aus Neugier auf Elektro-Autos.“