Minister besuchte Binnenschiffer

Rosali Kurtzbach
Im Freizeitdress besuchte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt das Schulschiff „Rhein“
Im Freizeitdress besuchte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt das Schulschiff „Rhein“
Foto: FUNKE Foto Services
Bei seinem Besuch auf dem renovierten Schulschiff „Rhein“ in Duisburg-Homberg fragte Alexander Dobrindt, was sich der Kapitän und die Auszubildenden noch wünschen. Die Antworten: eine neue Uferbefestigung und Wlan an Bord.

Duisburg. Locker gab sich Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt am Dienstag als Praktikant für einen Tag in der Binnenschifffahrt. Auf Einladung des Bundesverbandes der Deutschen Binnenschifffahrt e.V. (BDB) besuchte er den Homberger Hafen im Freizeitdress und weihte symbolisch das unter anderem mit Fördermitteln des Bundes das modernisierte Schulschiff „Rhein“ ein. 3,6 Millionen Euro wurden seit dem vergangenen Jahr u.a. in den Umbau der Schlafkabinen gesteckt. Zurzeit sind 102 Auszubildende auf dem Schulschiff untergebracht. Alexander Dobrindt betonte, „dass die Binnenschifffahrt ein wichtiges Standbein des Logistikstandorts Deutschland ist.“ Sie sei nicht nur ein „gleichberechtigter Wettbewerber zur Schiene und zur Straße“, sondern müsse deutlich gestärkt werden. Ziel sei es, „mehr Kapazitäten auf die Wasserstraßen zu legen“, so Dobrindt.

Den Bergsteigerknoten kann er. Klar. Als Bayer. Jetzt klappt es auch mit dem Schifferknoten: „Also, die Schlaufe von hinten durch den Teich, um den Baum und dann nach vorne, wieder vor den Teich“ erklärt Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt die Technik, die er gerade vom angehenden Binnenschiffer Stefan Kellermann auf dem Schulschiff „Rhein“ gelernt hat. Und in der Tat, einmal noch festziehen – und der Knoten sitzt. Einen Tag lang nahm sich der Minister Zeit, als Praktikant die Arbeit der Binnenschiffer kennenzulernen.

Gut ausgebaute Infrastruktur

Bevor es in die Ausbildungsstätte der Binnenschiffer ging, erlebte Alexander Dobrindt den Alltag an Bord der „Rhenus Duisburg“. „Beeindruckt“ zeigte er sich nach der Fahrt mit dem erst im vergangenen Jahr getauften Frachtschiff, das umfangreich digitalisiert und elektronisch vernetzt im Einsatz ist. „Eine gut ausgebaute Infrastruktur, exzellent ausgebildete Fachkräfte und digitale Innovationen sichern die Zukunft der Binnenschifffahrt in Deutschland“, so der Minister. Er sei gerne nach Duisburg gekommen, „um einen Tag in das Leben von Binnenschiffern hineinzusehen“, dankte er dem Präsidenten des Bundesverbandes der Deutschen Binnenschifffahrt (BDB), Martin Staats für die Einladung in den Homberger Hafen und ermutigte ihn, ihm „Hausaufgaben nach Berlin“ mitzugeben. Die sollte er bekommen.

45 Zweierkabinen mit eigenem Bad

Denn auf dem Schulschiff „Rhein“ wusste Kapitän Klaus Ridderskamp nicht nur berichten, wo die Fördermittel des Bundes hineingeflossen sind, nämlich unter anderem in den Umbau der Kabinen. Aus Vierer-Zimmern wurden 45 Zweier-Kabinen und eine Dreier-Kabine – alle mit einem eigenen Bad ausgestattet. „Dann haben wir einen neuen Notausgang bekommen und im nächsten Jahr wird die Lobby renoviert“, erklärte Ridderskamp. Wünschen würde er sich aber noch „eine feste Uferverankerung. Bei verschiedenen Wasserständen hängen wir schon mal in der Uferbefestigung, die nicht mehr zeitgemäß ist.“ Alexander Dobrindt ließ notieren und fragte in die Runde der Auszubildenden, was ihnen fehlte. „Ein bisschen Freizeitangebote“ kam die Antwort. Eine Tischtennisplatte an Bord und ein Bolzplatz mit Fußballtoren in der Nähe wären schön. „Wir weichen jetzt in die Parkanlagen aus“, erklärte Stefan Kellermann. Der 20-Jährige ist Azubi auf einem Containerschiff und bleibt wie die anderen Auszubildenden drei Monate auf dem Schulschiff. W-Lan an Bord – auch das wäre gut. Dobrindt nickte: „Wir nehmen viel Geld in die Hand für den Umbau des Schiffes, aber auch das Umfeld muss gestaltet werden“, sagte er und nahm so einige Hausaufgaben mit – zusammen mit dem Seil für den Schifferknoten.