Migranten-Anteil ist in Düsseldorf höher als in Duisburg

Ingo Blazejewski
Viele Duisburger besitzen zwei Pässe. Dennoch liegt die Stadt im NRW-Vergleich beim Migrantenanteil nicht auf den vorderen Plätzen.
Viele Duisburger besitzen zwei Pässe. Dennoch liegt die Stadt im NRW-Vergleich beim Migrantenanteil nicht auf den vorderen Plätzen.
Foto: picture alliance / dpa
Multi-Kulti ist in Nordrhein-Westfalen kein Alleinstellungsmerkmal: In elf NRW-Städten leben mehr Menschen mit Migrationshintergrund als in Duisburg.

Duisburg als Paradebeispiel für eine Multi-Kulti-Stadt? Das Image deckt sich zumindest nicht mit den Zahlen, die Landesstatistiker gestern zum heutigen Tag der Migranten veröffentlicht haben. Demnach ist der Anteil von Einwohnern mit Migrationshintergrund beispielsweise in der Nachbarstadt Düsseldorf (33,6 Prozent) höher als in Duisburg (29,5). Auch zehn weitere NRW-Großstädte kommen auf einen höheren Migranten-Anteil, darunter Wuppertal (35), Hamm (34,2), Bielefeld (32,4), Köln (30,9), Solingen (30,6) oder Dortmund (30,1).

Als Menschen mit Migrationshintergrund gelten neben den ausländischen Staatsbürgern auch Einwohner, die nach 1949 entweder selbst zugewandert sind oder von denen mindestens ein Elternteil aus dem Ausland nach Deutschland zugezogen ist. In Duisburg besitzen rund 54.500 Einwohner mit Migrationshintergrund die deutsche Staatsangehörigkeit.

Die meisten sind türkischer Herkunft

Die größte Bevölkerungsgruppe mit Migrationshintergrund in Duisburg bilden Einwohner türkischer Herkunft. Auch unter den 89.500 ausländischen Staatsangehörigen in der Stadt stellen sie die größte Gruppe: 36.160 Duisburger hatten zum 1. Januar 2015 einen türkischen Pass, das sind allerdings 650 weniger als im Jahr zuvor. Gestiegen ist dagegen die Zahl der Bulgaren (um 800 auf 6330) und Rumänen (um 550 auf 5804). Drittgrößte Gruppe mit nicht-deutschem Pass sind polnische Staatsangehörige, deren Zahl um 300 auf 6326 gestiegen ist.

Im Vorjahr haben in Duisburg 1235 Ausländer die deutsche Staatsangehörigkeit angenommen. Die Zahl der Einbürgerungen ist damit zwar um 2,4 Prozent wieder leicht gestiegen, vor 15 Jahren allerdings lag sie dreimal so hoch.