Mehrere Tiere sterben bei Großbrand auf Duisburger Lernbauernhof

Am Nachmittag ist die Feuerwehr noch immer mit den Nachlösch- und Aufräumarbeiten beschäftigt. Die Einsatzkräfte müssen Stroh und Heu mühsam auseinanderziehen und ablöschen.
Am Nachmittag ist die Feuerwehr noch immer mit den Nachlösch- und Aufräumarbeiten beschäftigt. Die Einsatzkräfte müssen Stroh und Heu mühsam auseinanderziehen und ablöschen.
Foto: Stephan Eickershoff/WAZ FotoPool
Das Feuer auf dem Lernbauernhof am Landschaftspark Duisburg-Nord hat mehreren Tieren das Leben gekostet. Ein Pferd konnte die Feuerwehr nicht mehr retten, auch sieben Schafe kamen in den Flammen um. Noch während die Löscharbeiten laufen, gibt es bereits unzählige Hilfsangebote aus der Bevölkerung.

Duisburg.. Der Großbrand, der in der Nacht auf dem Lernbauernhof der Duisburger Awo wütete, hat einen riesigen Schaden hinterlassen. In den Flammen, die die Scheune und Stallungen zerstörten, starben auch ein Pferd und mehrere Schafe. Auch wenn die Feuerwehr das Feuer seit dem frühen Morgen unter Kontrolle hat, ziehen sich die Löscharbeiten noch längere Zeit hin. Derzeit sind rund 40 Einsatzkräfte der Feuerwehr und Mitglieder des Technischen Hilfswerk damit beschäftigt, das durch den Brand stark aufgeheizte Stroh und Heu auseinanderzuziehen.

Gegen halb eins in der Nacht zu Dienstag war die Duisburger Feuerwehr mit einem Großaufgebot zum Ingenhammshof am Landschaftspark Nord ausgerückt. Als die ersten Einsatzfahrzeuge an dem Lernbauernhof der Awo eintrafen, "brannte die Scheune schon lichterloh", erzählte ein Polizist noch in der Nacht. Ein Feuerwehrmann sah nach seiner Ankunft noch zwei Ponys aus dem brennenden Gebäude rennen. "Wir haben sie jedoch nicht gezählt", erklärte Uwe Zimmermann, Amtsleiter der Feuerwehr. "Nachdem wir die Ställe geöffnet hatten, konnten wir nur noch aus dem Weg gehen, weil die Tiere in Panik herausrannten." Fünf Gänse konnten ebenfalls durch Einsatzkräfte, die sich unter Atemschutz vorkämpften, gerettet werden.

Ein Pferd und sieben Schafe starben in den Flammen

Später war dann klar, dass Pferd "Maja" in den Flammen gestorben war. Auch von sieben Schafen fehlte lange jede Spur, aber auch sie sind wohl in dem Feuer umgekommen. Zunächst hatte Karl-August Schwarthans, Geschäftsführer der Awo Integrations-Gesellschaft, die den Bauernhof betreibt, noch Hoffnung, dass die Tiere weggelaufen seien und nicht ums Leben gekommen sind.

Alle übrigen Tiere (darunter neun Pferde, drei Kühe und mehrere Gänse) konnten gerettet werden. Während Pferde und Kühe nun auf befreundeten Höfen und auf dem Awo-Bauspielplatz an der Alexstraße in Neumühl untergebracht werden, bleiben Ziegen , Schweine und Hühner weiter auf dem Ingenhammshof. Ihre Ställe liegen in einiger Entfernung zum Brandort. Menschen kamen bei dem verheerenden Großbrand nicht zu Schaden.

Die Stützpfeiler aus Stahl konnten das Dach des etwa zehn Meter hohen Gebäudes während des Brands noch tragen. Doch im Innern breiteten sich die Flammen über das trockene Heu schnell in der gesamten Scheune aus. Ein Schuppen unter dem riesigen Dach, die Ställe und ein Traktor wurden völlig zerstört.

Drei Löschzüge der Berufsfeuerwehr und drei der Freiwilligen Feuerwehr mit rund 100 Feuerwehrleuten waren am Ingenhammshof im Einsatz. Um für weitere Einsätze im Stadtgebiet gewappnet zu sein, besetzten zudem weitere Einheiten der Freiwilligen Feuerwehr die leeren Feuerwachen.

Feuerwehr verhinderte Übergreifen auf andere Gebäude

Die Feuerwehr verlegte Hunderte Meter an Schläuchen und versuchte auch von der Drehleiter aus das Feuer in den Griff zu bekommen. Doch sobald der Wasserstrahl auf eine andere Stelle gelenkt wurde, schossen die Flammen wieder nach oben. Über Stunden wurde die Wand eines an die Scheune angeschlossenen Gebäudes gekühlt, um ein Übergreifen des Feuers zu verhindern.

So konnten die rund 80 Wehrleute auch das Gebäude, in dem die Tagesgruppen untergebracht sind, gerettet werden. Verlegen musste die Arbeiterwohlfahrt das Ferienprogramm. Alle Angebote finden in anderen Awo-Einrichtungen statt, jedoch vergossen vor allem die Jugendlichen, die auf dem Hof in den Reiterferien sind, einige Tränen wegen des Todes von Pferd "Maja".

Mit Beginn des Einsatzes in der Nacht wurde zunächst die Kreuzung Neumühler Straße/Essen-Steeler-Straße gesperrt, erst am Morgen konnte der Verkehr wieder rollen. Bis 6 Uhr konnte wegen des Feuerwehreinsatzes auch die Straßenbahn 903 nicht mehr fahren. Zwischen den Haltestellen Meiderich-Bahnhof und Theodor-Heuss-Straße setzte die DVG Busse im Pendelverkehr ein, da die Straßenbahngleise blockiert waren.

Viele Hilfsangebote nach Großbrand auf dem beliebten Lernbauernhof

Nach Bekanntwerden des Unglücks auf dem beliebten Lernbauernhof boten etliche Duisburger direkt ihre Hilfe durch die Sammlung von Spenden an. In der Facebook-Gruppe "Hilfe für Ingenhammshof" versuchen Unterstützer diese Hilfsangebote zu koordinieren. Allein bis Bis zum Mittag haben sich dort 1800 Facebook-Nutzer registriert.

Auch die Duisburger AWO bedankte sich in einer Pressemitteilung bei der Hilfe der Einsatzkräfte von Feuerwehr und THW und für die Hilfsangebote aus der Bevölkerung. "Das Engagement der Bevölkerung zur Hilfe ist groß. Und der Ruf nach einem Spendenkonto laut. Die AWO-Du hilft verfügt über ein Katastrophenkonto: AWO-DU hilft, Sparkasse Duisburg, Kontonummer 200 022903, BLZ 350 500 00. Stichwort: Ingenhammshof."

Brandursache konnte noch nicht ermittelt werden

Unklar ist derzeit noch, wie der Großbrand auf dem Ingenhammshof entfacht wurde. Die Brandursachenermittler der Duisburger Kripo waren bereits vor Ort, konnten wegen der noch immer hohen Temperaturen an der Brandstelle ihre Arbeit noch nicht aufnehmen. Deshalb widerspricht Polizeisprecher Ramon van der Maat auch allen bisherigen Spekulationen im Internet und anderen Medien, die von Brandstiftung als Ursache sprechen. Am Mittag kreiste ein Helikopter der Polizei-Fliegerstaffel über dem Hof, um die Schäden aus der Luft zu dokumentieren. Der Schaden dürfte bei mehreren tausend Euro liegen.

Die Polizei sucht Zeugen, die verdächtige Beobachtungen gemacht haben. In der Nacht hatte der Sicherheitsdienst des Landschaftsparks noch vor Eintreffen der Einsatzkräfte einen etwa 20 Jahre alte Mann in der Nähe des brennenden Gebäudes gesehen. Als die beiden den Mann ansprachen, entfernte sich dieser in Richtung Lösorter Straße. Der Unbekannte, der Zeuge gewesen sein könnte, trug einen dunklen Parka, Jeanshose und hatte einen Bundeswehrrucksack dabei. Hinweise nimmt das Kriminalkommissariat 11 unter der Telefonnummer 0203/2800 entgegen.

 
 

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