Mehr Platz für die Kindernothilfe-Mitarbeiter

Die letzten Handgriffe geschehen mit Gottes Hilfe. Pfarrer Dietrich Köhler-Miggel spricht das Vaterunser, dann dirigiert er noch den befreundeten Handwerker. Bauleiter Günter Jak­stadt mauert die Rolle mit einer Dienstagsausgabe der WAZ hinter der Grundplatte mit der Jahreszahl 2013 ein. Zum Einsatz kommt jene Maurerkelle, die schon 1983 den letzten Stein der Kindernothilfe-Zentrale am Sittardsberg einzementierte. Jetzt, 30 Jahre später, ist auch der Anbau der Kindernothilfe fertig. Die Hilfsorganisation lässt keinen Zweifel daran, dass der Bau längst überfällig war.

Das zweigeschossige Gebäude, das genau auf der Grenze zwischen Wanheim und Buchholz steht, hat 2,6 Millionen Euro gekostet. Das ist so viel wie vorher angekündigt. Und auch den vorgegebenen Zeitplan hat die Hilfsorganisation nach gut eineinhalb Jahren Bauzeit gehalten.

Vor allem die Kosten sind ein sensibles Thema. Die Kindernothilfe gibt sich größte Mühe, nicht auch nur den geringsten Anschein von Protz zuzulassen. Auf der anderen Seite wolle man aber auch ein guter Arbeitgeber für die 160 Mitarbeiter am Standort sein, sagt Vorstand Jürgen Thiesbonenkamp. Beim Start am Sittardsberg war 1983 Platz für 100 Mitarbeiter. Zuletzt quoll das alte eher unscheinbare Verwaltungsgebäude geradezu über. Praktikanten mussten auf dem Flur arbeiten.

„Das Geld für den Bau stammt nicht aus Spendengeldern, die für die Projektarbeit gedacht sind“, sagt Kindernothilfesprecherin Angelika Böhling. Das Hilfswerk greift auf Rücklagen zurück, die sowieso für die Verwaltung gedacht waren. Dazu kamen Zinserträge. Laut Jahresbericht gingen im vergangenen Jahr 86,4 Prozent der Spendeneinnahmen in die Programmarbeit, 14,6 Prozent wurden für Werbung und Verwaltung ausgegeben – weniger als bei vielen anderen international tätigen Hilfsorganisationen.

Die Kindernothilfe sei „ein Eckpfeiler für die internationale Verantwortung unserer Stadt“, lobte Bezirksbürgermeister Dietmar Eliaß. Die Kindernothilfe steuert vom Duisburger Süden aus weltweit die Projektarbeit. Die Mitarbeiter vermitteln Patenschaften. 1,5 Millionen Kinder in 945 Projekten profitieren von der Arbeit und den Spenden. „Dank der neuen Besprechungs- und Büroräume werden uns diese Aufgaben nun etwas leichter fallen“, sagt Vorstand Thiesbonenkamp.

 
 

EURE FAVORITEN

Warum sich die Polizei bei Fahndungen nicht direkt an die Öffentlichkeit wendet

Öffentlichkeitsfahndungen: Annika Koenig, Sprecherin der Polizei Essen, erklärt unter welchen Umständen die Polizei sich bei der Suche nach Tatverdächtigen oder Vermissten an die Bürger wendet.
Mi, 19.09.2018, 16.32 Uhr

Warum sich die Polizei bei Fahndungen nicht direkt an die Öffentlichkeit wendet

Beschreibung anzeigen