Mehr als nur Umweltschutz

Birgit Beisheim will 2017 wieder in den Landtag einziehen.
Birgit Beisheim will 2017 wieder in den Landtag einziehen.
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Die Grünen haben ihre Kandidaten für die Wahlen 2017 nominiert: Birgit Beisheim will wieder in den Landtag einziehen, Felix Banaszak in den Bundestag.

Duisburg.. Wirtschaft ist ihr Thema: Die Grünen-Landtagsabgeordnete Birgit Beisheim, promovierte Chemikerin und Gesellschafterin einer Firma, die sich auf die Herstellung von Geräten für Probenahme und Probenaufbereitungen spezialisiert hat, will auch 2017 wieder in den Landtag einziehen. Die Unterstützung ihrer Partei hat sie. Auf einer Mitgliederversammlung haben die Duisburger Grünen die 54-Jährige mit 90 Prozent der Stimmen für die Landesliste nominiert. Birgit Beisheim will im Wahlkampf nicht nur mit klassischen Grünen-Themen wie Umwelt und Naturschutz punkten. „Uns rein auf die Umweltthemen zu reduzieren ist zu wenig“, sagt die Sprecherin im Landtag für Industriepolitik und „Diversity Management“, der personellen Vielfalt in Unternehmen.

Duisburg müsse sich stärker auf die Förderung des Mittelstandes konzentrieren. Die Wirtschaft in Duisburg sei traditionell durch Großindustrielle geprägt worden. Dabei gebe es Gründungspotential – auch bei den Migranten. Und es seien nicht nur die Dönerbuden, die von Migranten eröffnet werden. „Die Gründungen sind breit gefächert, es sind viele digitale Start-Up-Unternehmen dabei. Menschen mit Migrationshintergrund haben eine hohe Bereitschaft, sich selbstständig zu machen. Viele kennen aber die Fördermöglichkeiten nicht“, sagt Birgit Beisheim. Dieses Gründungspotential müsse weiter angekurbelt werden – durch die Wirtschaftsförderung und die IHK. „Es gibt Hemmnisse bei den Migranten, allein das Gebäude der Wirtschaftsförderung zu betreten. Die müssen wir abbauen“, so Birgit Beisheim.

Vorurteile abbauen, sich für eine offene, liberale Gesellschaft einsetzen – das will auch Felix Banaszak, auf Bundesebene. Der 26-Jährige kandidiert 2017 mit Unterstützung des Kreisverbandes der Grünen erstmals für den Bundestag. 97 Prozent der Mitglieder votierten für seine Aufstellung. Der gebürtige Duisburger und Politikwissenschaftler war bis 2014 Bundessprecher der Grünen Jugend und leitet das NRW-Europabüro der Europaabgeordneten Sven Giegold und Terry Reintke. Er will sich für eine Stärkung der Kommunen, eine gerechtere Verteilung der Finanzen zwischen Bund, Land und Städten sowie eine solidarische Flüchtlingspolitik einsetzen.

Konkrete Forderungen sind „eine Aufstockung der Arbeitslosensätze und die Wiedereinführung der Vermögenssteuer, für die wir uns als Duisburger Grünen stark machen wollen“, erklärt Felix Banaszak. Weitere Wahlkampfthemen werden sich ergeben: „Wichtig ist, dass wir darauf eingehen, was die Lebensrealität der Menschen betrifft.“ Und: „Es muss ein demokratischer Konsens darüber her, dass es keine Zusammenarbeit mit der AfD gibt“, sagt Felix Banaszak. Auf der anderen Seite müsse aber auch der „demokratische Streit größer werden“, um dem Wähler zu zeigen: „Es gibt innerhalb der demokratischen Parteien Alternativen, wenn ihr mit der SPD oder CDU unzufrieden seid.“

 

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