Zur Loveparade rollen 500 Sonderzüge nach Dortmund

Foto: WR

Die Loveparade kommt. Und eines ist schon sicher: Die Besucher werden den öffentlichen Personennahverkehr an seine Grenzen bringen.

Die Loveparade vor Augen findet Planungsderzernent Ullrich Sierau weise Worte: „Wir brauchen ein belastbares Verkehrskonzept - nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis.” Wie der Verkehr in und um Dortmund am 19. Juli fließen soll, wurde gestern in 75 Minuten bis ins Detail erklärt. Theoretisch müsste alles glatt gehen. Theoretisch.

Ohne Teamwork geht nichts bei der Loveparade. Und so bereiten sich die Verantwortlichen vom Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR), von den Stadtwerken (DSW21), vom Tiefbauamt und der (Bundes-)Polizei seit Monaten vor auf den Samstag im Juli, der ob der Besucherzahl in die Geschichte Dortmunds eingehen wird und den Nahverkehr Zug um Zug an seine Grenzen bringen wird. 400 zusätzliche Sonderzüge setzte die Bahn 2007 in Essen ein - in diesem Jahr werden es noch mal 100 mehr sein. „Wir wollen die Situation, die es in Essen gab, vermeiden.” Heißt: Das Abreise-Chaos, das es am Essener Hauptbahnhof gab, als sich Tausende auf die (falschen) Bahnsteige quetschten und stundenlang nichts mehr ging.

In Dortmund sollen die Besucherströme auf der Hin- und Rückfahrt gleichermaßen kanalisiert werden. Das will man erreichen, in dem von den Regionalzügen gleich vier Bahnhöfe angesteuert werden - neben dem Hauptbahnhof noch Hörde, Stadthaus und Möllerbrücke. Jürgen Hambuch (VRR) erwartet, dass 80 bis 90 Prozent der Techno-Fans mit dem ÖPNV anreisen. Er sieht auch die Unterschiede zwischen dem Essener Bahnhof und dem Dortmunder, der weniger Zugänge und eine schmalere Halle auf dem Weg zu den Gleisen hat. Für die Abreise ist klar: „Wir lassen nur so viele Leute in den Bahnhof wie er verträgt”, so Hambuch.

Damit der Weg für noch mehr Regionalzüge frei ist, gibt es am 19. Juli keinen Schienen-Fernverkehr in Dortmund. Die Wege von (und zu) den Bahnhöfen bzw. zur Loveparade werden mit einem Farbleitsystem auf Fahnen genau ausgeschildert, damit die Besucher aus der ganzen Welt auf dem besten Wege zum Ziel kommen. Der Hauptbesucherstrom soll - wie bei der WM '06, aber ohne Roten Teppich - über die Hohe Straße geleitet werden. Zudem noch über die Lindemannstraße und die Ruhrallee.

Auch die Stadtwerke stellen sich auf die Loveparade ein

Da die Bus- und Stadtbahnanlagen für einen Besucheransturm dieser Größenordnung nicht ausgelegt sind, ändert sich nicht nur der Fahrplan: Aus Sicherheitsgründen werden die Stadtbahnhöfe Hauptbahnhof, Polizeipräsidium, Remydamm, Saarlandstraße, Theodor- Fliedner-Heim, Westfalenhallen, Westfalenpark und Möllerbrücke nach dem Berufsverkehr ab 9 Uhr gesperrt. Auf den Linien U45/U46 wird der Betrieb – ebenfalls gegen 9 Uhr – eingestellt. Da fast alle S-Bahn-Haltestellen auf Dortmunder Stadtgebiet von den S- und Regionalbahnen nicht angefahren werden – Ausnahmen bilden die Haltestellen Hörde Bahnhof, Möllerbrücke, Stadthausund Dortmund Hbf – werden auf der Linie U41 zusätzliche Fahrzeuge zwischen Hörde und Hafen eingesetzt, um dem erhöhten Fahrgastaufkommen dort gerecht zu werden. Zwischen den Haltestellen Hörde Bahnhof und Märkische Straße verkehren die zusätzlichen Fahrzeuge als Expresszug ohne Zwischenhalt.Die Stadtbahnlinien U41, U42, U43, U44, U47 und U49werden am Samstag ganztägig bis Sonntagnacht um 3 Uhr im 10-Minuten-Takt fahren, anschließend fahren die Bahnen ab 3 Uhr regulär im sonntäglichen 15-Minuten-Takt. Dann nehmen auch die Linien U45 und U46 gegen 7.45 Uhr ihren normalen Fahrbetrieb wieder auf. Änderungen im Busbetrieb:Definitiv dicht ist am Samstagmorgen ab 9 Uhr der Nordvorplatz des Hauptbahnhofs: Alle dort ankommenden und abfahrenden Buslinien müssen weiträumig in Richtung Hafen umgeleitet werden. Dort haben die ankommenden Fahrgäste dann die Möglichkeit zum Umstieg in die U47. Schon heute steht fest, dass die Nachtexpress-Haltestelle Reinoldikirche in dieser Nacht nicht angefahren wird. Alle Fahrplanänderungen unter www.loveparade.dortmund.de

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