Eine Club-Nacht für Opfer der Loveparade

Trauer nach 21 Toten und hunderten Verletzten bei der Loveparade.  Foto: Stephan Eickershoff
Trauer nach 21 Toten und hunderten Verletzten bei der Loveparade. Foto: Stephan Eickershoff
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Die Angehörigen planen für den Jahrestag der Loveparade-Katastrophe eine Hommage an ihre lebensfrohen Kinder. Sie wollen in den Clubs und Szenekneipen Duisburgs feiern. Die Idee stieß anfangs auf Befremden.

Duisburg. Sie ahnen schon, wie schwer die Tage, die da kommen, für sie werden. Sie ahnen es und fürchten sich davor. Vielleicht ist auch das die Motivation der Angehörigen der Loveparade-Opfer, zum Jahrestag der Katastrophe so Ungewöhnliches zu planen. Zwei Tage vor der offiziellen Trauerfeier feiern die Opferfamilien eine Nacht des Erinnerns in den Clubs und Szenekneipen Duisburgs. „Unsere Kinder hätten sich kein Wochenende voller Trauer und Stillstand gewünscht. Sie waren lebenslustig, aufgeschlossen, und so haben sie uns auch verlassen“, sagt Sabine Siebenlist, die auf der Loveparade ihre 23-jährige Tochter Fenja verlor.

„Remind the love“ – Erinnere dich der Liebe, so lautet das Motto des Abends, mit dem der 21 Opfer auf Wunsch der Angehörigen gedacht werden soll. 15 Kneipen der Stadt haben bislang angekündigt, sich zu beteiligen. Dabei stieß der Gedanke, mit fröhlicher Musik, mit Techno womöglich, an das Unglück zu erinnern, anfangs zumeist auf Befremden. „Wir wissen, es gehört Mut dazu, und es wird nachher auch bestimmt kritisiert“, sagt Jürgen Hagemann, Sprecher von Massenpanik - Selbsthilfe.

Es wird also Musik geben, ein Video, an dem zur Zeit noch gearbeitet wird, und der eigens für die Opfer aufgenommene Techno-Song „Hope you can hear me!“ soll in allen sich beteiligenden Kneipen gespielt werden. Zudem werden Buttons verkauft, mit denen die zukünftigen Treffen der zum Teil über ganz Europa verteilt lebenden Opferfamilien mitfinanziert werden können.

"Wir wollen es nicht nur schwermütig"

Die Idee kam von den Angehörigen selbst. „Wir wollen es nicht nur schwermütig. Wir möchten zwar gedenken, aber auch die Hoffnung transportieren, den Gedanken: Wir schauen nach vorn“, sagt die Gelsenkirchenerin Sabine Siebenlist.