Die Party der Raver und Rekorde

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Dortmund. Für die einen ist sie die große Unbekannte - für die anderen die geilste Party der Welt: die Loveparade. Am 19. Juli steigt sie in Dortmund auf der B 1 und an den Westfalenhallen. Die Devise auf dem „Highway to Love”: Länger, lauter und noch mehr Live-Acts.

Die Ansage von Loveparade-Geschäftsführer Rainer Schaller lässt keinen Zweifel: Die Loveparade in Dortmund wird die Party der Superlative. Rekordverdächtig in jeder Beziehung. Loveparades gab es schon viele - die erste stieg 1989 in Berlin mit gerade mal 150 Teilnehmern, die hinter Gründervater Dr. Motte her-zuckelten. Die (bisher) größte hatte rund 1,5 Millionen Teilnehmer, das war 1999, ebenfalls Berlin.

Doch was auf Dortmund zurollt, soll alles toppen. Die B1 zwischen Lindemannstraße und Flamingoweg ist die breiteste Strecke, die je für die Parade zur Verfügung stand. Neben den Floats - die gegen die Fahrtrichtung fahren werden, weil sie so direkt auf den Platz der Abschlusskundgebung einbiegen können - sollen über eine Million Besucher sowie Catering- und Merchandising-Stände Platz finden.

Noch nie gingen so viele Techno-Trucks auf die Strecke: 40 Paradewagen aus 15 Nationen werden auf der gesperrten B 1 zwischen Schnettkerbrücke und Märkischer Straße ab 14 Uhr auf vier Kilometern kreisen und den Tanzwütigen mächtig was auf die Ohren geben. Sieben Stunden (von 17 bis 24 Uhr): Noch nie dauerte die Abschlusskundgebung so lang. 150 000? 250 000? Wie viele Techno-Fans bei der Abschlusskundgebung der Loveparade Platz finden werden, gute Frage.

Sicher ist aber: Noch nie gab es ein so hochkarätig besetztes Line-up mit Musikern und DJs aus aller Welt: Moby, DJ Westbam, Underworld, Dubfire, Martini Brös, Audion, Paul van Dyk, Armin van Buuren, Ritchie Hawtin, Carl Craig, DJ Hell, M.A.N.D.Y..

500 Sonderzüge im Einsatz

Reicht nicht? Noch nie setzte die Deutsche Bahn 500 Sonderzüge ein, um für einen möglichst reibungslosen Hin- und Rückweg zu sorgen. Kein Wunder: Nachdem man in Essen 2007 mit gerade mal 500 000 Ravern rechnete und dann 1,2 Millionen in der Stadt hatte (Chaos am Bahnhof, all inclusive) hat man dazugelernt. Deshalb werden diesmal gleich vier Bahnhöfe angesteuert: Dortmund Hauptbahnhof, Stadthaus, Möllerbrücke und Hörde werden Zug um Zug angefahren. Noch nie hat es ein solches Verkehrskonzept gegeben, sagen die Veranstalter. In diesem Punkt lasse Dortmund Berlin alt aussehen.

Um die Besucherströme zu kanalisieren, setzt die Stadt auf ein Farbleitsystem, Fahnen und Flyer, die die Musikfans zur B 1 und zurück zum Zug begleiten sollen. Die Dortmunder Stadtwerke schicken alles auf die Strecke, was sie haben und fahren im 10-Minuten-Takt, Techno-Beat verdächtig.

Alle Dortmunder Krankenhäuser sind alarmiert, die Notaufnahmen vorbereitet: Die Rettungskräfte werden im großen Stil anrücken: Geplant sind: 95 Rettungs- und Krankenwagen sowie fünf Notarztwagen aus ganz Deutschland. 35 Ärzte, darunter ein Zahnarzt! 1600 Feldbetten für 1600 ehrenamtliche Helfer. 17 Sanitätszelte entlang der Strecke und der „Betreuungsplatz 500”, an dem bis zu 500 Raver behandelt werden können. Vier Extra-Rettungswachen und zwei Feuerwachen sollen dafür sorgen, dass die Besucher gut und sicher durch den Tag kommen. Insgesamt sorgen 5000 Menschen für die Sicherheit, so Dirk Aschenbrenner von der Feuerwehr. Die Feuerwehr wird ihre Einsatzstärke verdoppeln - auf 800 Mann. Die Polizei arbeite mit fünf Standorten rund um das Veranstaltungszentrum. Rund 1000 Polizisten werden im Einsatz sein.

Glasverbot in der Innenstadt

Im gesamten Bereich der Innenstadt gilt Glasverbot. Wenn trotzdem nicht alles klappen sollten, gibt es zumindest einen, der's lustig fände: DJ Westbam. Kult-DJ, Loveparade-Liebhaber und Schöpfer der Hymne für 2008. Denn wie sagt er unlängst so nett: „Ein bisschen Chaos kann auch ganz schön sein...”

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