50.000 Kondome und 25.000 Ohrstöpsel für die Raver

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Dortmund. „Unsere größte Sorge so kurz vor der Loveparade?“, Geschäftsführer Rainer Schaller überlegt kurz. „Dass das Wetter nicht mitspielt. Ansonsten läuft alles nach Plan.“

Optimismus neun Tage vor der Loveparade. Immerhin soll es die größte Liebesparade aller Zeiten werden. „Länger, lauter und mehr live“ kündigen die Organisatoren vollmundig an. 1,2 Millionen Menschen werden am 19. Juli in Dortmund erwartet. Die Komplett-Sperrung der Bundesstraße 1 macht das Techno-Event zusätzlich zu einem logistischen Großakt.

„Wir sind gut vorbreitet. Unsere Konzepte stehen“, verkündet Albert Götzmann für die Dortmunder Stadtverwaltung. Dass sogar die Internetseite der Stadt unter der Last der Anfragen von Loveparade-Fans zusammengebrochen ist, wertet der Leiter des Tiefbauamtes positiv. „Das zeigt doch, wie groß das Interesse ist. Die Kollegen arbeiten aber jetzt mit Hochdruck daran, dass die Seite schnell wieder läuft.“

Endspurt für die Parade der Liebe

Viel zu tun gibt es beim Endspurt für die Parade für alle Beteiligten. „Die Anspannung ist extrem hoch“, betont Geschäftsführer Rainer Schaller. „Zum Ende hin wird es stressig. Aber wir liegen super im Plan.“

Zurzeit leisten die Veranstalter zum Beispiel noch Aufklärungsarbeit für die Aktion „Viel Spaß ohne Glas“ in den Dortmunder Geschäften. „Wir sind sehr überrascht, wie gut das Glasverbot bei den Händlern angenommen wird“, erklärt Kersten Sattler, organisatorischer Leiter der Loveparade. Von Samstagmorgen bis Sonntagnacht dürfen in bestimmten Bereichen Glasflaschen weder verkauft noch mitgeführt werden. So wollen die Organisatoren Schnittverletzungen vorbeugen, die im vergangenen Jahr in Essen Grund für einen großen Teil der Erste-Hilfe-Einsätze waren.

Auch die Präventionspartner, unter anderem die Aids-Hilfe-Dortmund, stehen in den Startlöchern. 50 000 Kondome, 30 000 Päckchen Traubenzucker und 25 000 Ohrstöpsel sollen am 19. Juli verteilt werden. Zusätzlich gibt es noch Obst für erschöpfte Raver.

Aber für die Organisatoren ist vor der Loveparade auch schon nach der Loveparade. Schließlich soll der Verkehr auf der Bundesstraße 1 am Sonntag möglichst schnell wieder reibungslos laufen. „Am Vormittag sollte der ganze Müll verschwunden sein“, kündigt Hanns-Ludwig Brauser an, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Metropole Ruhr. „Spätestens um 12 Uhr wollen wir die Stecke wieder frei geben“, ergänzt der organisatorische Leiter, Kersten Sattler.

Loveparade 2009 in Bochum

Und auch einen Blick in die ferne Zukunft wagen die Organisatoren. Im nächsten Jahr sollen die Liebeswagen nämlich durch Bochum rollen. „Wir sind zuversichtlich, dass die Loveparade auch im nächsten Jahr ein Erfolg wird“, sagt Hanns-Ludwig Brauser. Und Kersten Sattler fügt hinzu: „Keiner hat an Essen geglaubt - es hat geklappt. Keiner hat gedacht, dass wir die B 1 sperren – wir machen es. Und für Bochum wird uns ganz bestimmt auch noch etwas einfallen.“

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