Duisburg

Loveparade-Unglück: Neues Gutachten sieht in Polizeikette möglichen Mitauslöser der Katastrophe

Trauriger Jahrestag: Angehörige erinnern an Opfer der Loveparade
Trauriger Jahrestag: Angehörige erinnern an Opfer der Loveparade

Duisburg. Trägt die Polizei doch Mitschuld am Loveparade-Unglück in Duisburg?

Ein neues Gutachten, das bisher nicht öffentlich ist, aber dem WDR vorliegt, geht davon aus, dass die Polizeikette das Duisburger Loveparade-Unglück mit 21 Toten mitausgelöst hat.

Loveparade-Unglück: Neues Gutachten sieht in Polizeikette Mitschuld für Katastrophe

Die Polizeikette sollte die wachsende Menschenmengen auf der kombinierten Ein- und Ausgangsrampe zurückhalten. Doch mit der Zeit wurde der Druck auf beiden Seiten der Kette immer größer. Die Polizei entschied sich dazu, die Blockade aufzugeben. Die Folge: Menschen aus zwei Richtungen stießen aufeinander.

Ganz in der Nähe, so das vorläufige, 3.000 Seiten starke Gutachten, kam es dann zu dem tödlichen Gedränge. Viele sahen in einer Treppe den einzigen Ausweg. An ihrem Fuße starben viele der 21 Todesopfer.

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Gutachter Jürgen Gerlach betont laut WDR aber auch, dass die Polizei gar nicht erst in Zugzwang geraten wäre, wenn nicht bereits im Vorfeld Planungsfehler gemacht worden wären. Vor allem das Zugangssystem zum Gelände kritisiert er.

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Sachverständiger widerspricht erstem Gutachten

Erstaunlich: Der Sachverständige widerspricht mit seinem Gutachten Ausführungen eines britischen Gutachters, mit dem die Staatsanwaltschaft in der Anklage argumentiert hatte. Darin wurden die Ursachen des Loveparade-Unglücks einzig in der Planung gesehen. Polizisten waren daher nicht angeklagt.

Vor Gericht verantworten müssen sich zehn Mitarbeiter der Stadt und des Veranstalters. (ms)

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