Loveparade-Prozess findet in Düsseldorf statt

Im CCD Ost auf dem Düsseldorfer Messeglände soll der Loveparade-Prozess stattfinden
Im CCD Ost auf dem Düsseldorfer Messeglände soll der Loveparade-Prozess stattfinden
Foto: CCD

Duisburg. Für den erwarteten Loveparade-Prozess zieht das Duisburger Landgericht ins Kongresszentrum CCD auf dem Düsseldorfer Messegelände. Dort gibt es genügend Platz für die große Zahl der Prozessbeteiligten, die Zuschauer sowie die Journalisten und steht die benötigte aufwendige Technik zur Verfügung.

Schon seit über einem Jahr laufen die organisatorischen Vorbereitungen für den Mammut-Prozess, der wohl aber vor 2015 nicht beginnen wird. Da es im Duisburger Landgericht selbst im großen Saal 201 zu eng ist und auch kein anderer passender Veranstaltungssaal in Duisburg zur Verfügung steht (und ohnehin tunlichst die Stadt als eventuelle Vermieterin vermieden werden sollte) war die Düsseldorfer Messe seit langem im Gespräch. Am Mittwoch unterzeichnete das Gericht die Verträge mit dem CCD. Der fast 800 qm große Raum im Ost-Gebäude des Kongresszentrums wurde zunächst für 50 Tage ohne Festlegung konkreter Termine „gebucht“. 14.000 Euro Miete schlagen dabei pro Verhandlungstag zu Buche. Sollte es wider Erwarten keinen Prozess geben, muss die Justiz eine Stornopauschale von 110.000 Euro zahlen.

Justiz rechnet mit großem Medieandrang

„Allein schon wegen der hohen Zahl der möglichen Prozessbeteiligten ist unser großer Saal hier im Gericht viel zu klein“, so Gerichtssprecher Bernhard Kuchler. Zu möglicherweise zehn Angeklagten kommen 14 Verteidiger oder mehr, auf der anderen Seite sitzen mehrere Staatsanwälte, eine große Zahl von Nebenklägern. Zudem muss es Platz für Gutachter geben. Dazu rechnet die Justiz mit einem großen Medienandrang und hohem Zuschauerinteresse.

Im Kongresszentrum wäre Platz für insgesamt 450 Personen. Auch separate Beratungsräume werden benötigt. Den Ausschlag für die Düsseldorfer Messeräumlichkeiten gab letztlich auch die dortige technische Ausstattung für den Prozessablauf, aber auch für die Medien. „Jeder wird einen Laptop dabei haben“, erwartet Kuchler.

Zudem benötigt das Gericht einen würdigen Ort: Dass an einem Prozesstag über die Verantwortung am Tod von 21 Loveparade-Opfern verhandelt wird und am nächsten Tag Konzerte oder Tiermessen stattfinden schien undenkbar.

 
 

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