Loveparade-Gedenkfeier - nur 900 dürfen im Tunnel trauern

Von Samstagmorgen bis in die späte Sonntagnacht wird die Stadt Duisburg die Besucher zählen und nicht mehr als 900 gleichzeitig in den Tunnel lassen. Foto: Stephan Eickershoff/WAZ FotoPool
Von Samstagmorgen bis in die späte Sonntagnacht wird die Stadt Duisburg die Besucher zählen und nicht mehr als 900 gleichzeitig in den Tunnel lassen. Foto: Stephan Eickershoff/WAZ FotoPool
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Die Stadt Duisburg will am Gedenk-Wochenende der Loveparade-Tragödie mit Absperrgittern und Ordnern den Zugang reglementieren: Im Tunnel, der kein "Event-Ort" werden soll, darf die Zahl von 900 Personen nicht überschritten werden.

Duisburg. Donnerstag im Rathaus fielen wieder die Begriffe, die seit dem 24. Juli 2010 für Duisburg eine besondere Bedeutung erhalten haben: Von Sicherheitskonzept, Absperrgittern, Ordnerdiensten, maximalen Besucherzahlen und einer erlaubten Personenzahl pro Quadratmetern war die Rede, als die Stadt vorstellte, wie sie den geordneten Ablauf im Tunnel sicherstellen will, der am Wochenende einer der zentralen Orte der Trauer sein wird. Dass nach dem Planungsdebakel der Loveparade nicht Oberbürgermeister Adolf Sauerland die Rolle der Stadt am Gedenk-Wochenende vorstellte, spricht für sich. So erläuterte Stadtdirektor Peter Greulich die „Spielregeln“, wie die Stadt Sorge tragen will, dass im Unglückstunnel eine „Atmosphäre geschaffen wird“, die eine ungestörte Trauer erlaubt.

Als Veranstalter tritt die Duisburg Marketing GmbH (DMG) auf, damit der Zugang im Tunnel reglementiert werden kann. Wie berichtet ist die Karl-Lehr-Straße von Samstag- (6 Uhr) bis Montagmorgen (5 Uhr) für den Verkehr gesperrt. Zwar ist der Tunnel in diesem Zeitraum für die Öffentlichkeit frei zugänglich, mehr als 900 Personen dürfen sich aber nicht gleichzeitig im Tunnel aufhalten.

Strenge Sicherheitsvorkehrungen für Loveparade-Trauer

„Wir werden die Personen zählen. Ordnerdienste an beiden Eingängen werden sicherstellen, dass die Zahl von 900 Personen nicht überschritten wird“, sagte DMG-Chef Uwe Gerste. Rund 450 Quadratmeter groß sei die Fläche der Rampe, wo sich die provisorische Gedenkstätte befindet. Maximal zwei Personen pro Quadratmeter sind erlaubt. Nicht eingerechnet ist die ebenso große Straßenfläche vor der Rampe sowie die beiden Tunnelzugänge selbst.

An den Tunneleingängen werden Absperrgitter stehen. Die Ordner würden in unterschiedlicher Stärke vor Ort sein, das ganze Wochenende über, auch nachts, mit der höchsten Präsenz dann am Sonntag mit bis zu 27 Personen. Auch Polizei und Feuerwehr sind am Sonntag vor Ort. „Wir werden den Tunnel davor bewahren, dass er zum Event-Ort wird“, sagt Frank Jebavy von der DMG. Es soll „keinerlei, auch nicht nur die kleinsten Störungen“ geben.

Der Ablauf sei mit den Initiativen besprochen, es werde nur eine symbolische Aktion des Vereins „Never forget“ geben, alles andere werde außerhalb des Tunnels stattfinden. Die DMG rechnet am Samstag mit nicht mehr als 500 Besuchern gleichzeitig, der Sonntag sei allerdings die „große Unbekannte“.

Hinterbliebene von Loveparade-Angehörigen sollen in Ruhe trauern

Am Sonntag wird der Tunnel von 15 bis 18.30 Uhr für den Besuch der Hinterbliebenen und Verletzten gesperrt. Die DMG wird dann über die genehmigte Sondernutzung von ihrem Hausrecht gebraucht machen. „Wir werden dafür Sorge tragen, dass die Hinterbliebenen in aller Ruhe jenseits anderer Interessen die Gelegenheit finden, ihren Angehörigen zu gedenken und ihrer Trauer völlig ungestört nachzugehen“, sagte Greulich.

Nach Angaben der Stadt haben sich inzwischen 450 Personen aus dem Kreis der Hinterbliebenen und Verletzen angemeldet. Sie werden mit 14 Bussen vom Hotel zur Gedenkfeier ins Stadion und anschließend zum Unglücksort gebracht. Auch das über dem Unglücksort liegende Gelände des alten Güterbahnhofs werde abgeriegelt, Eigentümer und Möbelhaus-Investor Kurt Krieger werde das mit eigenen Ordnern sicherstellen.

Die Stadt wies bereits gestern darauf hin, dass die Gedenk- und Erinnerungsgegenstände, die am Straßenrand abgelegt werden, in der Nacht zum Montag weggeräumt werden müssen. Beim Einsammeln werde man sich an die Hinweise der Initiativen wie „Never forget“ oder des Bürgerkreises Gedenken halten, so Greulich.

 
 

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