LoPa: Angriff auf Rabe

Der noch stark unter den Folgen der Loveparade-Katastrophe leidende Jascha R. tauchte zwei Tage nach der Gedenkfeier für die Opfer der Loveparade aufgebracht im Rathaus auf und drang ins Büro des Oberbürgermeisters ein. Sören Link versuchte den Mann zu beruhigen.

Zuvor soll Jascha R. auf dem Rathaus-Parkplatz auf den Duisburger Rechts- und Sicherheitsdezernenten Wolfgang Rabe gewartet und ihn verbal attackiert haben. Rabe zählt zu den Beschuldigten im Rahmen des Ermittlungsverfahrens zur Loveparade-Katastrophe. Es blieb zum Glück bei der verbalen Attacke. Als die Beamten der Polizei eintrafen, hatte Jascha R. das Rathaus wieder verlassen. Ramon van der Maat, Pressesprecher der Polizei: „Wir waren zu einer Gefährde-Ansprache bei ihm, zeigten ihm aber auch Wege auf, damit ihm geholfen werden kann.“ Der Mann leide offensichtlich noch sehr stark unter den Erlebnissen während der Loveparade.

Doch genau hier liegt ein Problem: Für die Traumatisierten gab es lange Zeit eine ständige Selbsthilfegruppe, in diesem Jahr wurde sie nicht mehr installiert. Gerade in der Zeit um den Gedenktag werden aber Gespräche bitter nötig, wie Jörn Teich vom Verein „Initiative LoPa 2010“ erklärt. Aufkommende Aggressionen fänden in den Gesprächen untereinander ein Ventil, den Traumatisierten ginge es in der Regel nach den Treffen besser.

Bei Jascha R. handelt es sich um einen der Retter, die während der Katastrophe versucht hatten, Opfer aus dem Gedränge herauszuziehen. Der Duisburger ist einer der vielen Traumatisierten, die nach der Katastrophe kein Bein mehr auf den Boden bekommen haben. „Seit dem Tag ist nichts mehr so, wie es einmal war“, sagte er vor einem Jahr in den Medien. Er sei in verschiedenen Kliniken gewesen, habe Medikamente bekommen, geholfen habe es ihm, wenn überhaupt, nur vorübergehend. Er habe versucht wieder zu arbeiten, habe jedoch kurz darauf einen Nervenzusammenbruch erlitten.

 
 

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