Lohmühle in Duisburg-Baerl hat ihre Kappe wieder

Kappenaufsatz per Schwerlastkran an der Lohmühle in Duisburg-Baerl. Foto: Stephan Eickershoff
Kappenaufsatz per Schwerlastkran an der Lohmühle in Duisburg-Baerl. Foto: Stephan Eickershoff
Foto: WAZ FotoPool

Duisburg. Spezialisten aus Holland setzen der Lohmühle in Duisburg-Baerl mit einem Kran die runderneuerte Kappe auf.

Um Punkt 9.40 Uhr lächelte Norbert Nienhaus nicht mehr, nein, er strahlte und lachte wie die Sonne über Baerl. Denn in diesem Moment erlebte er die Krönung seiner jahrelangen Arbeit als Vorsitzender des Mühlenvereins Lohmühle. Vier Spezialisten aus Holland hatten soeben die runderneuerte Mühlenkappe mit einem 16-Tonnen-Kran auf das 153 Jahre alte Backstein-Bauwerk am Rande von Rheinberg-Vierbaum gesetzt. Jetzt kann hier am kommenden Pfingstmontag in Baerl zünftig das Richtfest gefeiert werden, pünktlich zum bundesweiten deutschen Mühlentag.

Die ausführende Kranfirma ist vom Fach, kommt aus der Heimat der Windmühlen, aus Holland, genauer gesagt aus dem Ort Aalten bei Winterwijk.

Schwestermühle in Lohheide

In den Niederlanden gelten die Spezialisten als führendes Unternehmen für den Bau und die Restaurierung von Windmühlen. Bereits vor zehn Jahren hatten die Gebrüder nach dem Brand der Lohmann-Mühle in Baerl geholfen, die komplett neu gebaute Turnkappe auf den achteckigen Backsteinbau zu setzen. Die Prozedur lief damals genauso wie am Donnerstag an der Schwestermühle in Lohheide ab - zügig, reibungslos, präzise, mit Augenmaß.

Schon um 7.30 Uhr war das Team aus Aalten angerückt und hatte den Kranwagen sowie einen zweiten Hubleiterwagen der Feuerwehr vor der Mühle in Stellung gebracht. Dann befestigten die Mitarbeiter die Mühlenkappe auf dem abgesperrten Grüngelände an schweren Zugseilen aus Stahl. Pünktlich um neun Uhr hob der Lastkran wie geplant die Mühlenkappe in die Höhe. Für das passgenaue Aufsetzen auf dem oberen Rand brauchte der Kranführer dann noch einmal eine halbe Stunde.

Als die hölzerne Kappe, die rundum mit Schindeln aus Eichenholz eingedeckt ist, auf den ebenfalls hölzernen Rundumlauf, dem so genannten Rollengang, traf, hörten die rund zwanzig Schaulustigen von oben das Holz dezent knirschen. Auch Moelenbouwer Gerben Vaags, Oberhaupt der 120 Jahre alten Traditionsfirma aus Aalten, der den Einsatz streng dirigierte, zeigte sich danach mit dem Verlauf äußerst zufrieden: „Das war wunderbar! Wenn wir sonst eine Mühlenkappe aufsetzen, dauert das meist rund eine Stunde!?"

Vereinschef Norbert Nienhaus, selbst stolzer Besitzer einer restaurierten Windmühle im Rheinberger Stadtteil Eversael, hatte die Mühlenkappe zuvor mit einem Richtkranz geschmückt. Schon kurz nach dem Baerler Kraftakt schmiedete der rüstige Rentner wieder große Pläne: „Als nächstes werden wir mit dem Innenausbau beginnen. Dabei steht die Restaurierung und Instandsetzung des alten Mühlenwerks im Mittelpunkt.“ Auch darum werden sich die Holländer kümmern.

Baerler Brot

Das 153 Jahre alte Mahlwerk im Innern ist zwar bis auf den so genannten Bunkler noch immer weitgehend intakt und funktionsfähig, muss aber überholt werden. Nienhaus: „Das ist noch die originale Mühlentechnik von 1834. Die Lohheider Mühle ist eine der wenigen, die diese Technik aus dieser Hochzeit des Mühlenbaus von 1820 bis 1880 noch besitzt!“ Erst ganz zum Schluss soll die alte Lohheider Mühle neue Flügel bekommen, möglicherweise schon im kommenden Jahr.

Das Ziel ist für Nienhaus und seine 75 Mitstreiter nach wie vor unverändert: „Wir wollen, dass hier in der Mühle in zwei bis drei Jahren wieder Korn aus den Feldern rund um Baerl gemahlen wird. Mit dem Mehl soll ein Baerler Bäcker wieder regelmäßig Brot backen, das dann hier in der Mühle verkauft wird.“ Nienhaus schwebt schon ein besonderes „Baerler Brot“ vor. „Vielleicht bauen wir auch ein eigenes Backhaus daneben, wie in Kalkar.“

 
 

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