Literaturprogramm zu Duisburger Akzenten mit Alice Schwarzer und Kaminer

Wladimir Kaminer amüsiert mit seiner Sicht auf Deutschland. Foto: Veranstalter
Wladimir Kaminer amüsiert mit seiner Sicht auf Deutschland. Foto: Veranstalter
"Vom Suchen und Finden der Welt" heißt das Literaturprogramm der Duisburger Stadtbibliothek zum diesjährigen Kulturfestival Akzente. Mit Alice Schwarzer stellt am 9. März um 20 Uhr eine umstrittene Streiterin ihre Autobiografie „Lebenslauf“ vor. Am 12. März kommt Wladimir Kaminer.

Duisburg. Dem Akzente-Motto zum Mercator-Jahr „Vom Suchen und Finden“ fügt die Stadtbibliothek bei ihrem Akzente-Literaturprogramm die Worte „der Welt“ hinzu. Das „feine, kleine Programm“ zeige, „was Kunst und Kultur leisten können beim Finden den Welt“, sagt Jörg Bickenbach, Vorsitzender des Vereins für Literatur und Kunst.

Zum Auftakt kommt wieder einmal Christian Brückner nach Duisburg, der am 5. März um 20 Uhr zu einer Entdeckung Amerikas im 19. Jahrhundert einlädt. Er liest aus Walt Whitmans (1819-1892) Roman „Grasblätter“, der erst seit 2009 in einer vollständigen und neuen deutschen Übersetzung vorliegt. Whitman schildert darin Landschaften, Menschen und die amerikanische Demokratie.

„Schätze der Buchwelt“

Mit Alice Schwarzer stellt am 9. März um 20 Uhr eine umstrittene Streiterin ihre Autobiografie „Lebenslauf“ vor. Sie beginnt in ihrem Geburtsjahr 1942 und endet mit der „Emma“-Gründung 1977. Wie Petra Dobler-Wahl sagt, berichtet sie in ihrem 2011 erschienen Buch auch sehr offen über ihre Familie. Sie zeichnet Bilder von Schwabing in den 60er Jahren und Paris, wo sie Korrespondentin war, und berichtet über feministische Aktionen gegen den Paragrafen 218 – ein Stück Zeitgeschichte. Ihre Lesung wird vom Grammatikoff unterstützt, um junges Publikum zu gewinnen.

Die „Schätze der Buchwelt“, die die Stadtbibliothek normalerweise fest verschlossen hütet, stellt Martina Kutscher in einer Führung am 10. März um 13 Uhr vor. Besitzt die Stadtbibliothek doch eine bemerkenswerte Sammlung mit historischen und schönen Büchern seit dem 13. Jahrhundert. Eintritt frei, Anmeldung unter 0203/238 4218.

"Man ist viel zu früh jung"

Das eigene Land entdecken mit den Augen des 1967 in Moskau geborenen Wladimir Kaminer: Am 12. März um 20 Uhr liest er aus seinem Buch „Liebesgrüße aus Deutschland“. Kaminer, der seit 1990 in Berlin lebt, schreibt von Sparkassenberatern, die von jeder Geldanlage abraten, und von einem Land, in dem der Leitz-Ordner erfunden wurde.

Mit einem Termin ist die Bibliothek in der Jüdischen Gemeinde am Springwall 16 zu Gast. Beim 6. Fest des Jüdischen Buches am 18. März liest um 12 Uhr Robert Schindel aus seinem Essays- und Redenbuch „Man ist viel zu früh jung“. 1944 in einem jüdisch-kommunistischen Elternhaus geboren, lebt Schindel in Wien. Seit seinem Roman „Gebürtig“ (1992) und mit seiner Lyrik zählt er zu den großen Persönlichkeiten der deutschsprachigen Literatur (Karten: 5 Euro, erhältlich nur bei der Jüdischen Gemeinde, Info 0203/298 1205).

"Grenzgänge"

Außerdem ist in der Zentralbibliothek ab 5. März die Ausstellung „Grenzgänge“ mit Streetart zu sehen. Zu sehen sind Fotos, die Bibliothekschef Dr. Jan-Pieter Barbian in der Partnerstadt Perm gemacht hat, und Aufnahmen von Thomas Seyffert mit Duisburger Motiven. Barbian lädt dazu ein, ein Auge auf Perm zu werfen, die Hafen- und Industriestadt, in der sich das 19. Jahrhundert, die sowjetische Zeit und das Neue treffen.

 
 

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