Linke verlangen Brunnen-Stopp

Oliver Schmeer
Aus den Wasserwerken aus Düsseldorfs Norden  fließt das Trinkwasser nach Duisburg. Foto: Hayrettin Özcan / WAZ FotoPool
Aus den Wasserwerken aus Düsseldorfs Norden fließt das Trinkwasser nach Duisburg. Foto: Hayrettin Özcan / WAZ FotoPool
Foto: WAZ FotoPool

Duisburg. Die Fraktion der Linkspartei fordert die sofortige Außerbetriebnahme des mit PFT belasteten Trinkwasser-Brunnens in Düsseldorf Kaiserswerth.

„Dass dies möglich wäre ohne die Trinkwasserversorgung zu gefährden, geht aus den Stellungnahmen der Stadtwerke hervor“, erklärt der umweltpolitische Sprecher Detlef Feldmann.

Das Mischen von Wasserqualitäten sollte „längst verpönt“ sein, so Feldmann. Das gelte umso mehr für mutmaßlich krebserregende Stoffe wie Perfluorierte Tenside, für die es keinen Grenzwert gebe, der unschädlich sei. Der Fraktionssprecher der Bündnisgrünen Dieter Kantel sieht dagegen auf WAZ-Anfrage keinen Grund, die Schließung der Anlage von den Stadtwerken zu fordern: „Das ist ein gut kontrollierter Prozess. Ich vertraue da den Fachleuten.“

Der Stadtwerke-Wasserversorger sieht wie berichtet keine Notwendigkeit, den Kaiserswerther Brunnen vom Netz zu nehmen. So kommunizieren das die Stadtwerke auch auf ihrer neuen Frage-Antwort-Rubrik zum PFT-Fall auf ihrer Internetseite. Bereits das Rohwasser aus der Brunnenanlage Kaiserswerth weise derzeit nur geringe PFT-Werte auf. Für PFT habe das Bundesumweltamt einen Vorsorgewert festgelegt. Dieser liegt bei 0,1 Mikrogramm pro Liter Wasser. Solange die PFT-Konzentration unterhalb dieses Vorsorgewertes liegt, gilt sie selbst bei einem lebenslangen Genuss des Wassers als gesundheitlich unbedenklich, so die Stadtwerke. Bei der aktuellsten Messung lag der maximalen PFT-Wert bei 0,011 Mikrogramm.

Auch wehren sich die Stadtwerke gegen den Vorwurf, das PFT-belastete Wasser aus Kaiserswerth gezielt zu mischen, um die Belastung buchstäblich zu „verwässern“. Das aufbereitete Wasser aus den unterschiedliche Gewinnungsanlagen würde seit 80 Jahren zusammengeführt und in einem Leitungsstrang an die Haushalte weitergeleitet.

Solange das Wasser unbedenklich ist, werden die Stadtwerke die Brunnenanlage Kaiserswerth allerdings auch aus finanziellen Gründen nicht kappen: Sie ist energetisch effizient und damit kostengünstiger.