Lieder mit Prinzessinnen-Stimme

Von Martin Schroers
Foto: Lars Fröhlich / WAZ FotoPool

Wanheimerort.  Die Kinder singen aus vollem Hals. An diesem Tag machen ihnen die Lieder besonders Spaß, die kleinen Goldkehlchen der Kindertagesstätten (Kita) Heinestraße und Kalkweg bekommen das Zertifikat „Toni Singt“. Bei der feierlichen Übergabe der Plakette durfte ein kleines Ständchen natürlich nicht fehlen. Vor dem Eingangsbereich der Kita am Kalkweg hatten sich alle Kinder versammelt und beeindruckten die Gäste mit ihrer Stimmgewalt.

Mehr Musik im Alltag

Einem Kanon übers Lieblingsobst folgte das mit zwei Gitarren begleitete „Lied über mich“. Die singenden Knirpse hatten dabei richtig Spaß. „Einfach toll“, lobte Ludwig Burandt vom Chorverband NRW die Gesangseinlage. Burandt ist auf Landesebene auch für „Toni singt“ verantwortlich. „Ein Kantor hat mich für das Projekt begeistert“, erzählt Barbara Kamzol, Leiterin der Kindertageseinrichtung am Kalkweg. Bevor nämlich in den Kindergärten mehr gesungen wurden, haben die Erzieherinnen erst einmal ein paar Schulungen bekommen. Unter Leitung der Gesangspädagoginnen Roswitha Rogall und Julia Lutter lernten sie alles zum Rhythmus und zur kindgerechten Stimmbildung. „Wir haben viele neue Aspekte kennengelernt“, berichtet Eva Seidelt-Reimann, Leiterin der Kita Heinestraße. Beide Einrichtungen nahmen mit dem kompletten Team teil.

Nach den 18 Seminarstunden wurde die Musik in den Kindergartenalltag eingebaut. Zunächst ging es aber um die Theorie. „Wir mussten den Kindern zeigen, welche Haltung sie beim Singen einnehmen. Sie müssen ganz gerade stehen“, erzählt Barbara Kamzol. Natürlich wurde ihnen alles auf spielerische Art erläutert.

Immer freitags findet am Kalkweg nun eine Liederrunde mit allen 94 Kindern statt. In den einzelnen Gruppen kommt man täglich im Singkreis zusammen. Für die Erzieherinnen gilt dabei: „Wir müssen mit unserer Prinzessinnen -Stimme singen, sonst sind wir zu tief“, erklärt Leiterin Eva Seidelt-Reimann. Aber nicht nur unter der Leitung der Erzieherinnen wird in den Kitas fröhlich geträllert. „Vor meinem Büro ist ein Spielteppich. Von da aus bekomme ich immer die schönsten Lieder gesungen“, sagt Seidelt-Reimann. „Bei uns fangen die Kinder beim Spielen spontan an zu singen. Dann kommen immer mehr dazu und ein richtiger Chor entsteht“, fügt Kamzol hinzu. Und auch die kleinen Nachwuchs-Musiker schwärmen von den neu gelernten Liedern. „Es macht viel Spaß, und ich finde es hört sich auch gut an“, erzählt Finn begeistert.