Lesestoff für viele Ferienwochen von der Expertin empfohlen

Christiane Bays von der Stadtbibliothek stellt wieder Buchtipps für die Sommerferien vor.
Christiane Bays von der Stadtbibliothek stellt wieder Buchtipps für die Sommerferien vor.
Foto: Funke Foto Services
Tipps von Christiane Bays: Humorvolle und ernste Geschichten von Familien, jungen Leuten und überraschenden Veränderungen.

Duisburg.. Auch wenn es doch noch Sommer wird – Lesestoff ist auch unterm Sonnenschirm unentbehrlich. Bibliothekarin Christiane Bays hat es trotz des Umzugs ins Stadtfenster geschafft, ein „Köfferchen“ Urlaubslektüre zu packen.

Reise in die Vergangenheit

David Nicholls: Drei auf Reisen, Kein & Aber, 22,90 Euro

Nach 25 Jahren einer eher glücklichen Ehe beschließt Connie, dass es Zeit für eine Veränderung ist: Sie teilt ihrem Ehemann Douglas die Trennung mit. Allerdings soll vorher die bereits geplante Europareise mit dem 18-jährigen Sohn Albie stattfinden. Douglas ist fassungslos, beschließt aber, die Reise als letzte Chance zu sehen, sowohl seine Frau als auch den rebellischen Sohn zurückzugewinnen. Mit viel englischem Humor schildert Nicholls die Reise durch Frankreich, Deutschland, Italien und Spanien – immer auch auf den Spuren der eigenen Vergangenheit.

Familie gerät ins Wanken

Matthew Thomas: Wir sind nicht wir, Berlin-Verlag, 24,99 Euro

Eileen hat eine schwere Kindheit hinter sich. Sie wird Krankenschwester und will den ärmlichen Verhältnissen in Queens entkommen. Als sie den Universitätsprofessor Ed kennenlernt und mit ihm einen Sohn bekommt, scheint das Glück perfekt. Doch Eileen will auch ein prächtiges Haus. Kurz nach dem Umzug gibt es die Diagnose: Ed hat Alzheimer. Mit Intensität und Einfühlungsvermögen schildert Thomas den Verlauf der Krankheit und die massiven Einschränkungen im Leben der Betroffenen. Der autobiografische Roman ist ein zärtlicher Blick auf Familienverhältnisse, die ins Wanken geraten.

Liebe, Schuld und Trauer

Amber Dermont: In guten Kreisen, Mare, 22 Euro

Die Bellingham Academy an der amerikanischen Ostküste ist ein Internat für die schwarzen Schäfchen der reichen Elite. Hier landen Teenager, die von anderen Schulen verwiesen wurden. Auch Jason Prosper, den der Selbstmord seines besten Freundes und Segelkameraden Cal aus der Bahn geworfen hat, verschlägt es hierher. Er freundet sich mit der Einzelgängerin Aidan an. Als sie auf mysteriöse Weise ums Leben kommt, glaubt er die Version der Schulleitung nicht und legt sich mit allen an, die etwas zu sagen haben. Die Geschichte entwickelt einen starken Sog, liefert ein Porträt der jungen Geldelite, zeigt aber auch die Gefühlswelt eines Jungen zwischen Liebe, Schuld und Trauer auf. Und ist eine Hommage an das Segeln.

Ein Bischof besucht Spanien

Eduardo Mendoza: Der Walfisch, Nagel & Kimche, 16,90 Euro

1952 findet in Barcelona ein katholischer Weltkongress statt, zu dem Gläubige aus aller Welt anreisen. Conchita darf einen Bischof aus einem unbedeutenden lateinamerikanischen Land bei sich beherbergen. Als er aufgrund eines Putsches nicht heimreisen kann, quartiert sie ihn bei ihrem trinkfreudigen Bruder ein. Schnell legt der Bischof sämtliche Ordinarien ab, begibt sich auf Kneipentouren und macht sich im Haushalt nützlich. Hinter der leichtfüßig und humorvoll erzählten Geschichte verbirgt sich eine schonungslose Zeitkritik des Spaniens der fünfziger Jahre und ein politisches Statement für Menschlichkeit.

Tod in der Provence

Remy Eyssen: Tödlicher Lavendel, Ullstein, 9,99 Euro

Hochsommer in der Provence. Der deutsche Rechtsmediziner Leon Ritter hat sich auf einen vermeintlich entspannten Job im Süden gefreut. Doch kurz nach seiner Ankunft verschwindet von einem Campingplatz ein achtjähriges Mädchen und wird Tage später tot aufgefunden. Polizei und Bürgermeister fürchten um das touristische Geschäft und der vermeintliche Täter ist schnell verhaftet. Doch dann verschwindet ein weiteres Kind und Ritter mischt sich ein. Ein Buch wie ein Sommerurlaub. Es endet viel zu schnell!

Philip Marlowe kehrt zurück

Benjamin Black: Die Blonde mit den schwarzen Augen, Kiepenheuer & Witsch, 14,99 Euro.

Kein Geringerer als der irische Schriftsteller John Banville verbirgt sich hinter dem Pseudonym Benjamin Black, der hier eine gelungene Fortsetzung der berühmten Chandler-Noir-Krimis um den Privatdetektiv Philip Marlowe vorlegt. Fans finden hier alles, was sie brauchen: den einsamen, Gimlet trinkenden Marlowe, eine betörende Femme Fatale, göttliche Dialoge und natürlich finstere Gangster im L.A. der 50er Jahre.

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