Leiden Tiere beim Schächten?

Opferfest der Muslimen: Dafür werden Schafe laut Ritual geschächtet.  Foto: Reiner Kruse
Opferfest der Muslimen: Dafür werden Schafe laut Ritual geschächtet. Foto: Reiner Kruse
Foto: WAZ

Duisburg.. Es ist eines der wichtigsten Feste im Islam, dem Gläubige schon seit Wochen entgegenfiebern: Am Dienstag beginnt das muslimische Opferfest. Dabei werden Tiere geschächtet – eine Praxis, die der Tierschutzverein Duisburg kritisiert.

Millionen Muslime auf der ganzen Welt, darunter auch Tausende Gläubige in Duisburg, fiebern schon seit Wochen diesem Tag entgegen. Häuser und Wohnungen werden geschmückt, die schönsten Kleider gebügelt und zahllose Festtagsgerichte vorbereitet. Denn am Dienstag beginnt das dreitägige Opferfest.

Dabei wird des Propheten Ibrahim (Abraham) gedacht, der nach muslimischer Überlieferung eine „göttliche Probe“ bestanden hatte, weil er bereit war, seinen einzigen Sohn Ismael für Gott zu opfern. Als dieser Ibrahims Gottvertrauen gesehen habe, gebot er ihm Einhalt und befahl ihm statt seinem Sohn nun ein Tier zu opfern. Seither ist es für alle gläubigen Muslime weltweit Pflicht, zur Feier des Festes ein Tier zu opfern, wenn sie es sich denn finanziell leisten können. Durch die Opfergabe erhoffen sich die Menschen näher bei Gott sein zu können. Das Fleisch des Tieres sollen sie auch unter den Armen und Hungrigen verteilen.

Feste Regeln

Im Islam gibt es festgelegte Regeln, die beim Schlachten bzw. Schächten von Schafen, Ziegen, Rindern, Büffeln oder Kamelen befolgt werden müssen, damit das Tier auch als Opfergabe gewertet werden kann. Der Tierschutzverein Duisburg kritisiert, dass die Tiere oftmals ohne Betäubung geschlachtet würden, wodurch sie unnötigen Qualen ausgesetzt seien. Generell ist es in Deutschland verboten, Tiere ohne vorherige Betäubung zu schlachten, es gibt aber „Ausnahmeregelungen von diesem Verbot, die mit strengen Genehmigungsverfahren und strikten Auflagen verknüpft sind“, kritisiert der erste Vorsitzende des Duisburger Tierschutzvereins, Ernst-Joachim Saalfeld. Er betont, dass die Elektro-Kurzzeitbetäubung „eine adäquate Methode“ sei, die der Religionsfreiheit und dem Tierschutz Rechnung trüge, da das Tier wie beim betäubungslosen Schlachten ausblute und das Fleisch somit die religiösen Speisevorschriften erfülle.

Saalfeld appelliert daher an alle muslimischen Bürger, ihre Opfertiere im Vorfeld zu betäuben. Der Tierschutzverein ist für die Abschaffung sämtlicher Ausnahmeregelungen für ein betäubungsloses Schlachten. Zusätzlich fordert der Duisburger Tierschutzverein, dass umfassende Kontrollen gegen illegales Schächten durchgeführt werden.

Betäubung der Tiere

Nuri Derdiyok kennt derlei Vorwürfe von Tierschutzverbänden zur Genüge und bedauert diese sehr. „Es ist ein weit verbreitetes Vorurteil, dass die Tiere nach den islamischen Regeln nicht betäubt werden dürfen“, sagt der Religionsbeauftragte der Ditib. Fakt sei, dass die Tiere bei der Betäubung nicht sterben dürfen. Andernfalls werde ihr Fleisch nicht als Opfergabe gewertet.

„Natürlich wollen auch Muslime nicht, dass die Tiere einen schmerzhaften und qualvollen Tot erleiden. Im Gegenteil. Es wird sogar ausdrücklich betont, dass das Schlachten schnell vollzogen werden muss“, sagt Nuri Derdiyok.

 
 

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