Leerstände in Duisburgs Innenstadt werden neu erfasst

Mit einer Leerstandsdatenbank wollen IHK und Wirtschaftsförderung gegen die freien Ladenflächen wie hier am Sonnenwall ankämpfen.
Mit einer Leerstandsdatenbank wollen IHK und Wirtschaftsförderung gegen die freien Ladenflächen wie hier am Sonnenwall ankämpfen.
Foto: Ute Gabriel
  • Erstmals haben die Wirtschafsförderung und IHK eine Datenbank erstellt, die Leerstände erfasst
  • Die Leerstände in der Duisburger Innenstadt sind nicht zu übersehen. Eine genaue Quote gibt es aber nicht
  • Die Datenbank soll nun die Vermarktung freier Ladenflächen verbessern

Duisburg.  Die Leerstände in der Innenstadt sind nicht zu übersehen: Ein Drittel der insgesamt etwa 40 Geschäfte auf der Münzstraße stehen derzeit leer, inklusive der ehemaligen C&A sowie P&C-Gebäude. In der Königsgalerie oder auf dem Sonnenwall sieht es nicht besser aus. Und auch auf der Königstraße ist mehr als nur ein Ladenlokal zu vermieten. Erstmals haben jetzt die IHK, Wirtschaftsförderung (GFW) und Citymanagement eine Leerstandsdatenbank erstellt, in der alle gemeldeten Leerstände aufgenommen werden. Zusammen mit einem neuen Standortexposé, das Daten zur Branchenstruktur sowie Kauf- und Umsatzkennziffern der Duisburger Innenstadt zusammenfasst, soll es helfen, weitere Einzelhändler und Dienstleister für die City zu gewinnen.

Eigentümer müssen mitmachen

Da müsste es doch ein Leichtes sein, eine Leerstandsquote für die Innenstadt zu ermitteln. „Nein, das ist es nicht“, sagt aber Sabrina Hölscher, GFW-Projektmanagerin für den Einzelhandel. Es gebe ständig Veränderungen, „am Sonnenwall und an der Wallstraße gibt es eine unglaubliche Dynamik, so dass wir die Datenbank ständig aktualisieren müssen“, erklärt Sabrina Hölscher und schweigt zur Quote.

Noch ist die Datenbank nicht vollständig. Wird sie vielleicht auch nie. Denn nur selten würden Eigentümer von sich aus einen Leerstand der IHK oder Wirtschaftsförderung melden, „was aber hilfreich wäre, wenn sie neu vermieten möchten“, sagt Wilhelm Bommann, Geschäftsführer des Einzelhandelsverbandes. Oft würden sich mögliche Investoren oder Einzelhändler auf der Suche nach einer Fläche mit konkreten Vorstellungen bei der Wirtschaftsförderung oder IHK melden. „Mit der Leerstandsdatenbank können wir nun nach den Vorstellungen des Investors mögliche Ladenlokale benennen“, sagt Sabrina Hölscher.

Nur eine Momentaufnahme

Die Datenbank ist ein umgesetztes Projekt aus dem Ziel- und Maßnahmenkatalog City-Management Duisburg 2015/2016. Für City-Managerin Dagmar Bungardt ist dies auch ein Anfang hin zu einer attraktiver werdenden Innenstadt. „Das Exposé ist ein weiterer Schritt. Dadurch wird die Immobilienvermarktung erleichtert und die Innenstadt professioneller vermarktet“, sagt sie. Es gebe durchaus überzeugende Argumente, sich in der Innenstadt anzusiedeln. „Die verkehrsgünstige Lage, vergleichsweise günstige Gewerbepreise und eine überdurchschnittliche Einzelhandelszentralität,“ zählt Alisa Hellmann, Handelsreferentin bei der Niederrheinischen IHK und Ideengeberin für das Exposé auf.

Bommann hofft, dass die Datenbank gepflegt wird, anders als es mit einem Vorläufer geschehen ist: „Unter free-niederrhein.de wurde vor Jahren eine Online-Datenbank ins Leben gerufen, in die Eigentümer ihre freien Flächen eingeben konnten, es aber nicht taten.“ Wegen mangelnden Interesses wurde das Projekt für den Niederrhein nach fünf Jahren eingestellt.

Und solange die neue Leerstandsdatenbank nicht alle freien Flächen auflistet, würde eine aus ihr ermittelte Leerstandsquote auch „nur eine Momentaufnahme sein“, so Bommann. Eine, die aber an der einen oder anderen Straße durchaus länger gelten dürfte. Denn an der Münzstraße bieten ganze Häuserfronten mit leerstehenden Schaufenstern nicht erst seit gestern ein tristes Bild.

 
 

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