Duisburg

Leben in Marxloh „zwischen Schrott und Müll“! Bei „Stern TV“ redete Duisburgs OB Sören Link Klartext

Foto: RTL

Duisburgs Problem-Stadtteil Marxloh erhitzt die Gemüter weit über Duisburg hinaus. Regelmäßig schreibt das Viertel Negativschlagzeilen. Grund genug für die RTL-Sendung „Stern TV“, sich vor Ort ein Bild von der Lage zu machen.

Am Mittwochabend war Marxloh daher das große Thema der Sendung. Der Titel: „Zwischen Schrottimmobilien und Müllbergen: So bitter ist das Leben in Duisburg-Marxloh.“

Moderator Steffen Hallaschka zeigte eine umfassende Reportage, die ein dunkles Bild des Stadtteils zeichnete. Zu Gast war Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link, der über die Missstände sprach.

DER WESTEN sprach übrigens vor zwei Wochen mit Link über Bivsi, Marxloh, Erdogan und die AfD. Hier geht’s zum Interview.

Bewegende Schicksale aus Marxloh

Zuwanderung, Kriminalität, Dreck, Perspektivlosigkeit: Die Reporter erzählten in einem schockierenden Clip eine traurige Geschichte des Stadtteils anhand der Schicksale von drei Anwohnern, die seit Jahrzehnten in Marxloh leben.

Besonders die Geschichte von Werner Bönig ging ans Herz. 40 Jahre lebte der Mann in einer Wohnung eines verwahrlosten Hauses, das die Stadt vor kurzem als unbewohnbar abstempelte. Innerhalb weniger Stunden musste er seine geliebte Wohnung räumen. „Das war schlimm. Marxloh ist meine Heimat. Ich möchte hier nicht mehr raus“, seufzte Bönig.

Duisburgs OB Link nahm in der Sendung kein Blatt vor den Mund. „Es ist menschlich ein unglaublich nahegehendes Schicksal. Das fasst einen, das berührt einen“, sagt der SPD-Politiker: „Aber aus Gründen des Brandschutzes muss die Stadt in vielen Fällen handeln. Da werden teilweise Starkstromleitungen über simple Gabeln geleitet. Da kann sehr leicht ein Flammeninferno ausbrechen.“

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Kriminelle Vermieterstrukturen ein großes Problem

Angesprochen auf die prekäre Immobiliensituation nannte Link das Kind beim Namen: „Ganz konkret stecken die kriminellen Vermieterstrukturen dahinter. Die Vermieter nutzen die kulturellen Eigenarten der Mieter aus, um sehr schnell sehr viel Geld zu machen. Daher gehen wir als Stadt mit Finanzamt, Zoll und Polizei streng dagegen vor.“

Dann sprach Moderator Hallaschka den Oberbürgermeister auf ein brisantes Zitat aus dem Jahr 2015 an. Damals hatte Link gesagt: „Ich nehme gerne doppelt so viele Syrer auf, wenn ich im Gegenzug einige Osteuropäer loswerden darf.“

„Neue Qualität der Zuwanderung“

Damit meinte Link, dass viele Sinti und Roma seiner Meinung nach mit der Integration mehr Probleme hätten als zum Beispiel syrische Familien. „Bei der Kernaussage bleibe ich“, so Link.

Und weiter: „Ich war heute erst noch in Marxloh und habe mir die Probleme schildern lassen. Die Integration hat jahrzehntelang funktioniert. Wir haben aber jetzt eine ganz neue Qualität der Zuwanderung.“

Dass auch wegen der Entwicklungen in Stadtteilen wie Marxloh manche Menschen die AfD wählen, kann Link nicht nachvollziehen. „Es hilft mir nichts, wenn ich wie die AfD die Probleme beschreie“, meint Duisburgs Bürgermeister: „Die AfD hat keine Problemlösungen, sondern nur Geschrei. Wir suchen Lösungen.“

 
 

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