Landschaftspark Duisburg-Nord als Gästehit

Oliver Schmeer
Industriekultur wie der Landschaftspark Nord sind die Touristenmagnete für Duisburg. Foto: Hayrettin Özcan
Industriekultur wie der Landschaftspark Nord sind die Touristenmagnete für Duisburg. Foto: Hayrettin Özcan
Foto: WAZ FotoPool

Duisburg. Wenn Duisburg mehr Touristen in die Stadt holen will, dann über seine Industriekultur, also über Landschaftspark Nord & Co. Das ist der Rat einer Tourismusstudie der Fachhochschule Westküste, die Duisburg-Marketing in Auftrag gegeben hatte.

Ihn zu befolgen, bringt mehr als Renommee – nämlich bares Geld: Auf rund 550 Mio Euro beziffert die Studie den jährlichen touristischen Jahresumsatz, der 12.300 Arbeitsplätze in der Stadt sichert.

"Auf Stärken besinnen"

Grob gesagt: Ski fahren in Schleswig-Holstein ist als Touristen-Botschaft ebenso Blödsinn wie Wellness-Urlaub an der Ruhr. Auf seine Stärken besinnen, am besten im Verbund mit dem Ruhrgebiet, das ist die Losung, die Professor Bernd Eisenstein vom Institut für Management und Tourismus ausgibt, wenn Duisburg ein größeres Stück vom größer werdenden Kuchen gerade des Städtereisen-Tourismus auf seinen Teller legen will. „Ausbaufähig“, nennt er freundlich-motivierend bisherige Schwächen im „Touristenbüro Duisburg“.

Eisensteins Zahlen: Über 400.000 Übernachtungen zählten Hotels und Pensionen 2010. Einschließlich der Privatbesuche und Tagesreisenden kommt er auf eine Zahl von 12 Millionen Besuchstagen. 80 Prozent davon sind Tagesbesuche, private wie geschäftliche. Hotelgewerbe, Gastronomie, Händler, Dienstleister vom Friseur bis zum Taxifahrer verbuchen dadurch rechnerisch einen Brutto-Umsatz von 550 Millionen Euro, die Hälfte davon fließt in den Einzelhandel. Was an Einkommen davon übrig bleibt, entspricht 2,5 Prozent des Gesamtbrutto-Einkommens in Duisburg. „Vergleichbare Städte liegen da besser“, sagt Eisenstein.

Duisburg polarisiert

Duisburg polarisiert, ist das auch für den Professor überraschende Ergebnis der Markenanalyse: Duisburg hat bei Nennung als mögliches Reiseziel mit 69 Prozent einen stattlichen Wert und bricht dann aber bei den Sympathiewerten mit 22 % dramatisch ein: Letzter Platz bei 47 Vergleichsstädten. Platz 1 belegt Duisburg dann allerdings, wenn es aus Sympathie darum geht, Duisburg auch zu besuchen. „Die, die Duisburg mögen, mögen die Stadt richtig“, bilanziert der Tourismusexperte. Und bei denen handelt es sich vorrangig um die sogenannten „Best Ager“ zwischen 50 und 70 Jahren.

Umsonst gibt’s mehr Touristen allerdings nicht, macht Eisenstein klar: Man muss schon dafür investieren. Und: „Entscheidend ist die Kooperationsfähigkeit aller Beteiligten.“ Das ist für Duisburgs Marketing-Chef Uwe Gerste Wasser auf die Mühlen: „Duisburg darf sich trotz der Finanzlage nicht aus dem Tourismus und dem Marketing verabschieden“, so Gerste mit Blick auf Rathaus und Politik.