Landespläne stören Duisburgs Outlet-Center-Planungen nicht

Willi Mohrs
Auf dem alten Güterbahnhofsgelände dürfte gebaut werden, wie von Investor Kurt Krieger gewünscht.
Auf dem alten Güterbahnhofsgelände dürfte gebaut werden, wie von Investor Kurt Krieger gewünscht.
Foto: WAZFotoPool
Die neuen Pläne der nordrhein-westfälischen Landesregierung sehen vor, dass der Einzelhandel in den Innenstädten nicht mehr geschwächt werden soll. Doch auf das geplante Factory Outlet Center in Duisburg hat das keine Auswirkungen - dafür gibt es nämlich bereits geltendes Baurecht.

Duisburg. Keine weiteren Handelsansiedlungen auf der Grünen Wiese – das will die Nordrhein-westfälische Landesregierung schon im April verordnen. Hat das Auswirkungen auf die Planungen in Duisburg, auf Möbelhäuser in Meiderich und Stadtmitte oder auf das Outlet Center in Hamborn?

Verhindern will man in Düsseldorf vor allem, dass der Handel in den Innenstädten Schaden nimmt. Solche Auswirkungen befürchten Einzelhandelsverband und Industrie- und Handelskammer (IHK) vor allem durch die Pläne des Möbelriesen Höffner, der nicht nur Möbel, sondern in erheblichem Umfang auch sogenannte „Randsortimente“ anbieten will wie etwa Heimtextilien oder Hausrat. Waren also, wie sie normalerweise in Innenstädten angeboten werden.

Daran allerdings, so IHK-Handelsexperte Michael Rüscher, wird sich auch durch die aktuellen Pläne der Landesregierung nichts mehr ändern, denn für das Vorhaben südlich vom Hauptbahnhof gebe es bereits geltendes Baurecht.

Anders sei das beim Konkurrenten Ostermann, der in Meiderich nahe der A 59 neu bauen will. Aber anderes als Höffner (und damit der dahinter stehende Investor Kurt Krieger aus Berlin) will der Wittener Möbelriese seine Randsortimente auf zehn Prozent der Verkaufsfläche beschränken, was schon zuvor und auch weiterhin erlaubt wäre. Rüscher: „Ostermann hält sich an die Spielregeln.“

Auch das nicht unumstrittene Factory Outlet Center, das an der Stelle der Rhein-Ruhr-Halle entstehen soll, wäre wohl nicht gefährdet, wenn die geplante Landes-Verordnung in Kraft treten sollte. Zum einen ist der Bereich an der Grenze von Hamborn und Marxloh in der Stadtplanung bereits als Hauptzentrum ausgewiesen (wie es die Innenstadt eben auch ist).

„Vor-Gutachten“ liegt vor

Zum anderen gibt es laut Rüscher bereits ein „Vor-Gutachten“, nach dem negative Auswirkungen auf den bestehenden Handel in der Stadt oder in der Region nicht allzu gravierend ausfallen dürften. Mithin bestünde also auch kein Anlass, das Outlet Center auf der Basis der neuen Vorschriften doch noch zu bremsen.