Kunst-Oase erblüht im Grünen

Anne Horstmeier
Treffen im historischen Laubengang: Angelika Stienecke, Klaus Brüggenwerth, Claudia A. Grundei und Cornelia Schweinoch - Kröning. Foto: Stephan Eickershoff
Treffen im historischen Laubengang: Angelika Stienecke, Klaus Brüggenwerth, Claudia A. Grundei und Cornelia Schweinoch - Kröning. Foto: Stephan Eickershoff
Foto: WAZFotoPool

Duisburg. Blüten aus Verbandsmull, schwebende Blumenkinder, beleuchtete Vogelhäuschen: Zum ersten Mal wandeln die Besucher des Botanischen Gartens Duissern im Juni nicht nur zwischen Bäumen und Beeten, sondern erleben auch eine Kunst-Oase. Damit setzen 20 Duisburger Künstler eine mehr als 20 Jahre alte Idee in die Tat um.

Initiatorin ist Claudia A. Grundei, die ihr Atelier in Aldenrade hat und ihr Projekt „Kunstraum Grün“ nennt; es wird vom Kulturbeirat Duisburg gefördert. „Schon Joseph Beuys pflanzte 1982 in Kassel 7000 Bäume und zeigte, dass Natur, Stadt und Kunst zusammen gehören“, so Claudia A. Grundei. „Genau diese Zusammengehörigkeit möchten wir mit dem Projekt wieder deutlich machen.“ Eigentlich aber reichen die Wurzeln noch tiefer: Beginnt doch die Geschichte des Menschen in einem paradiesischen Garten. Bis heute sei der Garten Ort der Ruhe, der Kommunikation, der Begegnung, der Besinnung, der Geborgenheit. Und der Botanische Garten biete zudem eine Vielfalt an Pflanzen – eingezäunt und dennoch verbunden mit seiner Umgebung. „Kunstraum Grün“ will auch darauf hinweisen, wie wichtig der Fortbestand des Botanischen Gartens in Duissern ist. Auch dafür soll die Kunst das Bewusstsein schärfen.

Wind und Regen setzen den Kunstwerken zu

Alle beteiligten Künstler setzen sich mit dieser besonderen Umgebung auseinander. Dazu gehört auch, dass Wind oder Regen den Werken durchaus zusetzen können. Eine Aufgabe vor allem für Maler und Grafiker. Cornelia Schweinoch-Kröning bereitet für den Bereich des historischen Laubengangs, in dem übrigens die Stühle zu finden sind, die früher vor der alten Mercatorhalle auf dem Heinrich-König-Platz gestanden haben, eine Installation vor. „Das wird meine Grotte“, sagt sie – und verrät vorerst nur, dass sie sich mit den Mitbewohnern des Parks und dem Thema Metamorphose beschäftigt hat.

Angelika Stienecke hat als neues Material für sich weißen Verbandsmull entdeckt; sie wird daraus ein Kleid schneidern, das an einem Baum weht oder damit einen Liegestuhl ausstatten. Klaus Brüggenwerth plant, von innen beleuchtete Vogelhäuschen von den Bäumen hängen zu lassen. Ob es so werden kann, wie er es sich vorstellt, muss sich noch herausstellen.

Schwebende Blumenkinder

Claudia A. Grundei wird neben den „Schwebenden Blumenkindern“ auch die große Wiese gestalten, auf der das Eröffnungskonzert stattfindet. Stacey Blatt wird einen Raum zwischen Bäumen mit einer Webskulptur gestalten, Günter Kühn und Ralf Thiesen bespielen die großen Teiche. Und ein wenig wird es im Juni auch wie Ostern sein: „Die Besucher sollen Kunst auch suchen – und finden.“

Außerdem beteiligen sich Regina Bartholme, Chinmayo, Jochen Duckwitz, Carolin Höbing, Elisabeth Höller, Gert Kiessling, Winfried Kloer, Dorothea Schaller, Günter M. Schirmer, Martin Schmitz, Peter Steinebach und Barbara Verhoeven. Kurz nach Beendigung des Projekts soll eine Dokumentation erscheinen. Und Claudia A. Grundei hofft auf eine Fortsetzung.