Kunst-Absage: OB Link erklärt sich vor dem Kuratorium

Als gestern Morgen das Kuratorium des Lehmbruck-Museums zusammentrat, gab es nur ein einziges Thema: Wie konnte Oberbürgermeister Sören Link als Vorsitzender des Kuratoriums eigenmächtig und an dem Gremium vorbei entscheiden, dass die Installation „Totlast“ des renommierten Raum-Künstlers Gregor Schneider nicht aufgebaut werden kann? Es soll hinter verschlossenen Türen ausgiebig diskutiert worden sein, Teilnehmer verweisen auf eine beschlossene, offizielle Erklärung des Kuratoriums, die gestern allerdings nicht mehr verbreitet wurde.

Kritik kam von Mitgliedern in erster Linie an der Vorgehensweise des OB, dessen Handeln für einen Aufschrei vor allem in der Kunstszene und den Feuilletons gesorgt hatte. Nach NRZ-Informationen soll Link gestern vor dem Gremium erklärt haben, dass er die Entscheidung als Oberbürgermeister und nicht als Kuratoriumsvorsitzender getroffen habe: Er habe sich vor die Bauordnung stellen wollen, die das Kunstobjekt in der geplanten Form nicht hätte genehmigen können. Strittiger Punkt sei bis zum Schluss vor allem der zunächst mit 1,60 Meter angegebene Röhrendurchmesser der Tunnelskulptur gewesen, die aber erst ab 2,20 Meter hätten genehmigt werden können. Link soll erklärt haben, dass es aber keinen förmlichen Ablehnungsbescheid der Baubehörde gegeben habe, er diesem vielmehr habe vorgreifen und sich vor seine Mitarbeiter stellen wollen.

Letztlich habe er gegenüber dem Intendanten der Ruhrtriennale kein Verbot für das Kunstobjekt ausgesprochen, sondern vielmehr eine eindringliche Bitte formuliert. Der OB soll vor dem Kuratorium auch eingeräumt haben, dass diese Absage im Nachhinein betrachtet nicht gerade glücklich gelaufen sei.

Bei der Mehrheit des Gremiums soll es Verständnis für die schwierige Situation gegeben haben, die Beweggründe seien in gewisser Weise nachvollziehbar, äußerten sich Teilnehmer, was aber die Kritik an der Vorgehensweise des OB nicht geschmälert habe.

Das Museum wird nach der Absage in seinem Jubiläumsjahr keinen Beitrag zur Ruhrtriennale leisten. Das Kulturfestival wird am 16. August eröffnet.

 
 

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