Kultusministerin soll Stellung zur Alten Feuerwache in Duisburg nehmen

Die Alte Feuerwache in Duisburg-Hochfeld.
Die Alte Feuerwache in Duisburg-Hochfeld.
Foto: WAZ
Die Veröffentlichung des Artikels „Geschäft ohne Risiko“ in der WAZ hat Diskussionen ­losgetreten. Leser aus der Politik- und Kulturszene fragen sich, wie es zur Auswahl von zwei Gewerbetreibenden für die Alte Feuerwache in Hochfeld kommen konnte.

Duisburg.. Wie die WAZ am Mittwoch berichtete, wurde die Feuerwache außerdem vom Kulturministerium für eine Förderung in Höhe von 40.000 Euro vorgeschlagen – obwohl für die Feuerwache noch keine offizielle Betriebsgenehmigung vorliegt. Der Vorstand des Steinhofs will sich damit nicht abfinden.

Arno Eich, Geschäftsführer des Huckinger Steinhofs, fordert eine Erklärung von NRW-Kultusministerin Ute Schäfer. Das Bürgerzentrum Steinhof erhielt eine Absage für die Konzeptförderung für Soziokulturelle Zentren. Stattdessen bekam in Duisburg die Alte Feuerwache den Zuschlag. Doch mit dem gewerblichen Anstrich von Norbert Knabben erfüllt die Feuerwache wohl kaum die Förderkriterien.

Bezirksregierung Düsseldorf prüft derzeit

Voraussetzungen für die Gelder sind Kulturzentren, die ehrenamtlich Tätige und mehrere Jahre Erfahrung mit künstlerischen Projekten mitbringen. Die generelle Förderwürdigkeit der Projekte zweifelt der Steinhof auch nicht an. Man wundert sich allerdings über die Auswahl der Alten Feuerwache durch das Kulturministerium. Laut Pressemitteilung hat sich der Steinhof in einem öffentlichen Schreiben an die NRW-Ministerin Schäfer gewandt und um Erklärung gebeten.

Ob die Alte Feuerwache über drei Jahre mit 40.000 Euro pro Jahr gefördert werden darf, prüft derzeit die Bezirksregierung in Düsseldorf. Parallel dazu überprüft man auch, ob die Alte Feuerwache mit dem Konzept von Knabben und Marc Harreiter ihr Comeback feiern kann. Und das schon seit einem Jahr.

Auf die Frage, aus welchen Gründen sich die Prüfung hinzieht, teilt die Bezirksregierung Düsseldorf schriftlich mit: „Im Zusammenhang mit der Weiterführung des Betriebs der Alten Feuerwache bedurfte es umfangreicher ergänzender Unterlagen.“ Diese müssen nun „jeweils auf die Übereinstimmung mit den einschlägigen Förderrichtlinien“ geprüft werden.

Ein Jahr ist ein langer Zeitraum. Vor allem für ein „förderkonformes Konzept“, wie die EG DU den Betrieb der Alten Feuerwache in einer Pressemitteilung vom Donnerstag nennt. Der Vergabeprozess sei transparent gelaufen, betont die EG DU in dem Schreiben. Weiterhin sieht die EG DU kein Problem in der Bewerbung der neuen Betreiber um die 40 000 Euro ohne Betriebsgenehmigung für die Feuerwache: Gibt es kein Okay von der Bezirksregierung zur Projektträgerschaft, kommt auch die Konzeptförderung nicht zum Tragen. Ein logischer Zusammenhang, wie die EG DU findet.

Steinhof-Vorstand empört

Der Vorstand vom Steinhof ist empört, sollte kommerziellen Betreibern vor bürgerschaftlichem Engagement die Förderung erteilt werden. Durch eine solche Entscheidung, würde man das Engagement der Helfer „konterkarieren“. Die Bürger sind „der Motor“ und laut Pressemeldung investieren sie jährlich weit mehr als zehntausend Stunden ehrenamtliche Arbeit in den Betrieb des Kulturzentrums. Ohne Förderung durch das Land oder die Stadt.

 

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