Krieger will Möbelmärkte Höffner und Sconto 2013 fertigstellen

Foto: WAZ FotoPool

Duisburg.. Kurt Krieger, der Selfmade-Millionär, der auf dem ehemaligen Güterbahnhofsgelände Möbel-Märkte der Ketten Höffner und Sconto plant, will deren Bau 2013 beginnen – und beenden. 25 Millionen Euro werde ihn allein die Erschließung der Duisburger Freiheit kosten.

Wenig Überraschungen und Neuigkeiten, aber jede Menge warme Worte hatte Kurt Krieger im Gepäck, als er auf der Expo Real seine überarbeiteten Pläne für die Duisburger Freiheit vorstellte, das Gelände, das durch die Loveparade-Katastrophe traurige Berühmtheit erlangte.

Der Self-Made-Millionär aus Berlin, der aus der elterlichen Schreinerei ein Möbel-Imperium aufbaute, lobte die „All-Parteien-Mehrheit“ in der Duisburger Politik, die er für sein Projekt hinter sich wisse, was ihn „unwahrscheinlich“ motiviere. Als „affengeil“ bezeichnete er das Areal mit seiner optimalen Anbindung: Direkt am Hauptbahnhof und an der Autobahn, hinzu komme die neue B8, über die in wenigen Minuten der Flughafen Düsseldorf erreichbar sei.

Krieger gab neue Zahlen bekannt: 25 Millionen Euro werde ihn die Erschließung der insgesamt 300 Hektar kosten, 95 Millionen Euro der Bau seiner Möbel-Märkte „Hoeffner“ und „Sconto“, die rund 500 neue Arbeitsplätze und von einen Jahresumsatz von rund 90 Millionen Euro bringen sollen. Mit dem Bau will er 2013 beginnen und auch 2013 fertig sein: In sechs Monaten will er die Einrichtungshäuser hochziehen. Ein Viertel der Kunden soll aus Duisburg kommen, der Rest aus einem Umkreis von rund 80 Kilometern.

5000 Arbeitsplätze auf 94.000 Quadratmatern

Herzstück des Geländes, das von einem grünen Band durchzogen wird, seien aber die Bürostadt auf drei Baufeldern von je 30 Hektar Größe. 5000 Menschen sollen hier später auf 94.000 Quadtratmeter Büroflächen arbeiten, für die gesamte Entwicklung rechne Krieger mit einem Zeitraum von rund zehn Jahren. Früher zweifelte Krieger an einer entsprechenden Nachfrage auf dem Büromarkt, heute wiederholt er ständig einen Spruch: „Der Glaube versetzt Berge. Und wer nicht glaubt, der kann nichts versetzen“. Man müsse es eben „solange Klinken putzen, bis es steht“.

Mit der Konkurrenzsituation in Duisburg durch Ikea und Ostermann im Norden hat sich Krieger offenbar arrangiert: „Natürlich steht man im Wettbewerb. Aber jeder muss die Weichen so für sich stellen, dass sich seine Investition über 25 Jahre rechnet“.

Zur Kritik der Verbände an dem großflächigen Randsortiment, das der Innenstadt schaden soll, erklärte Krieger: „Ich bin seit über 40 Jahren im Geschäft und werde von jeder Gemeinde immer wieder geprügelt, weil jedes Projekt am Rand einer City des Teufels sein soll. Die IHK sollte zu ihrer Neutralität zurückkehren“, fordert der Möbel-Händler. Schließlich liege die Duisburger Freiheit direkt an der Grenze zur Innenstadt.

Schwierige Treffen mit Opfern der Loveparade

Bei der weiter ungeklärten Frage zum Umgang mit der Loveparade-Unglücksstelle verwies Krieger auf ein weiteres Gespräch mit Angehörigen am Samstag. Zwar sei man rechtlich zum Erhalt nicht verpflichtet, betonte er, setze sich aber dafür ein, der Mehrheit das zu geben, was sie haben will. „Wir sind auf einem sehr guten Weg. Klar ist aber auch, dass wir es nicht allen recht machen können“.

Die Angehörigen würden ihn als einen in Sachen Loveparade unvorbelasteten Gesprächspartner akzeptieren. Die Treffen seien dennoch schwierig, weil er das Leid der Hinterbliebenen sehr gut nachvollziehen könne. „Eigentlich kommen ihnen dabei nach zehn Minuten die Tränen“.

 
 

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