Kooperation erforschen

Das Käte-Hamburger-Kolleg hat seine Arbeit aufgenommen, bei der Auftaktveranstaltung im Museum Küppersmühle in Duisburg sprach auch Prof. Dr. Ulrich Radtke, der Rektor der Universität Duisburg-Essen.
Das Käte-Hamburger-Kolleg hat seine Arbeit aufgenommen, bei der Auftaktveranstaltung im Museum Küppersmühle in Duisburg sprach auch Prof. Dr. Ulrich Radtke, der Rektor der Universität Duisburg-Essen.
Foto: WAZ FotoPool
Mit dem Center for Global Cooperation Research im Duisburger Innenhafen hat das bundesweit zehnte Käte-Hamburger-Kolleg seine Arbeit aufgenommen. Das Bundesforschungsministerium fördert das Projekt für sechs Jahre mit 13 Mio Euro.

Duisburg.. Schon zweijährige Kinder können gemeinsam handeln, um ein Ziel zu erreichen. Auch Affen agieren miteinander, um an die Bananen zu kommen. Wenn Kooperation also in unseren Wurzeln angelegt ist, müsste das doch auch unter Erwachsenen gehen. Oder zwischen Ländern, über Kontinente hinweg. Die Chancen globaler Kooperation im 21. Jahrhundert erforscht für die nächsten sechs Jahre das Center for Global Cooperation Research, (GCR) auch Käte Hamburger Kolleg genannt. Gestern feierte es seinen Start als Forschungszentrum in der Küppersmühle.

Drei Institute tragen das Kolleg

Das GCR hat viele Väter: Die Universität Duisburg-Essen selbst bewies ihre Exzellenz, indem sie 20 Mitbewerber ausstach und das mit 13 Mio Euro dotierte Förderprogramm des Bundesforschungsministeriums nach Duisburg holte. Drei Institute tragen nun das Zentrum, das im Innenhafen beheimatet ist: das Deutsche Institut für Entwicklungspolitik, das Institut für Entwicklung und Frieden sowie das Kulturwissenschaftliche Institut Essen.

2007 gegründet, gibt es jetzt bundesweit zehn Käte-Hamburger-Kollegs. Für das fördernde Ministerium für Bildung und Forschung ist das Engagement keine Einbahnstraße: „Wir schauen zu und lernen, was wir für internationale Kooperationen mitnehmen können“, erklärt Abteilungsleiter Ulrich Schüller. Mit dem Förderprogramm sollen den Geisteswissenschaftlern Freiräume geschaffen werden, damit sie ihre Forschungen vorantreiben können, auf dass sie international sichtbar werden.

Keine Theorie ohne Praxisbezug

Schüller kündigte an, dass im Frühling ein weiteres inneruniversitäres Kompetenzzentrum mit dem Titel „In East School of Advanced Regional Studies” startet, das sich mit der gesamtgesellschaftlichen Einbettung von Innovationsprozessen in Ostasien auseinandersetzen werde. Und dass eine Förderung des Duisburger Kollegs auf insgesamt zwölf Jahre ausgedehnt werden könnte, klang als nicht nur theoretische Möglichkeit durch: „Denn trotz digitaler Medien und moderner Kommunikationsmittel benötigt Reflexion vor allem eines: genügend Zeit.“

Bei der Auftaktveranstaltung im feierlichen Rahmen vor über 100 hochkarätigen Gästen aus Wissenschaft und Politik mahnte Oberbürgermeister Sören Link, dass es keinen theoretischen Exkurs ohne Praxisbezug geben dürfe. Die Probleme manifestierten sich vor Ort, auch wenn die Krisen weit weg seien, erklärte Link mit Blick auf den steigenden Zustrom von Asylsuchenden an den Rhein. Duisburg sei mit 140 vertretenen Nationen eine internationale Stadt.

 
 

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