Konzern Stadt zieht Bilanz

Die Sparkasse – hier das Gebäude am Kuhlenwall – ist als Stadttochter eine sichere Bank.
Die Sparkasse – hier das Gebäude am Kuhlenwall – ist als Stadttochter eine sichere Bank.
Foto: WAZ FotoPool

Einmal im Jahr legt der „Konzern Stadt“ die Karten auf den Tisch und bilanziert öffentlich, was welche Stadttochter an Gewinn oder Verlust eingefahren hat. Aktuell ist der Beteiligungsbericht für das Jahr 2011 veröffentlicht worden. An 35 Unternehmen von der Duisburger Verkehrs- und Versorgungsgesellschaft (Stadtwerke und DVG) bis zur „ekz.bibliotheksservice GmbH“ ist die Stadt beteiligt. Die Anteile reichen von 100 Prozent an den Wirtschaftsbetrieben (Wert: 128 Millionen) bis 0,028 Prozent (von 1,4 Mrd) an der RWE AG.

Einige brauchen Zuschuss

Der Bericht unterteilt in der grafischen Übersicht die unmittelbaren Beteiligungen und die mittelbaren, wohinter sich Anteile an Firmen verbergen, von denen zum Beispiel die Duisburger Wirtschaftsbetriebe wiederum Anteile besitzen, so an der „Kreislaufwirtschaft Duisburg GmbH“, die u.a. Altglas sammelt und verwertet. Einige Firmen sind für die Stadt ein reines Zuschussgeschäft. Hierzu zählt der Duisburger Zoo, der im vergangenen Jahr einen Zuschuss von der Stadt über 2,179 Mio Euro bekam. Trotzdem weist seine Bilanz noch ein Minus von 238.000 Euro aus.

Die Stadtwerke machten 2011 im Jahresergebnis 5,6 Mio Euro Gewinn. Zuvor waren aber schon 35,7 Mio Euro des Gewinns abgeführt worden. Richtig viel „Miese“ macht die Duisburger Verkehrsgesellschaft: 42,5 Mio Euro. Um sie auszugleichen, wird sie zusammen mit den Stadtwerken in einem Konzern geführt. 61,8 Millionen Fahrgäste wurden 2011 von den Fahrzeugen der DVG befördert.

Verlust bei Duisburg Marketing

Ein positives Jahresergebnis weist auch Duisport aus: Die Duisburger Hafen AG, die zu einem Drittel der Stadt gehört, kam auf 7,7 Mio. Zum Gesamt-Konzern (Jahresergebnis 7,5 Mio) gehört übrigens auch die „duisport industrial packing service Co. Ltd.“ mit Sitz in Shanghai. Auch die Duisburger Wirtschaftsbetriebe standen 2011 gut da: Auf 8,2 Mio Euro belief sich das Jahresergebnis. Gewinne gab es auch aus der Müllverbrennungsanlage Oberhausen: Knapp 36 Prozent der rund 15 Mio Euro flossen nach Duisburg, weil die Gesellschafterversammlung beschlossen hatte, den Gewinn auszuzahlen. Schon „traditionell“ wie beim Zoo ist der Verlust bei Duisburg Marketing. Die Gesellschaft vermarktet unter anderem die Mercatorhalle. Insgesamt erwirtschaftete die DMG 11,6 Mio Euro, hatte aber betriebliche Aufwendungen von 18,5 Millionen.

Mit einem negativen Jahresergebnis schloss die „Theatergemeinschaft Düsseldorf-Duisburg gGmbH“ (DOR) im Jahr 2011 ab: Ein Minus von 186 000 Euro weist das Jahresergebnis aus. Den Einnahmen von knapp 43,8 Mio Euro standen Ausgaben über fast 44 Mio Euro gegenüber. Der Erlös aus dem Verkauf der Eintrittskarten betrug bei 124 Vorstellungen 1,34 Mio Euro.

Desaster um Ausbau der Küppersmühle

Die Bilanz der Gebag, die durch das Desaster um den Ausbau der Küppersmühle angeschlagen wurde, fehlt noch völlig für 2011, da er zum Redaktionsschluss des Beteiligungsberichts noch nicht vorlag. Das Immobilienmanagement Duisburg (IMD), ebenfalls eine Tochter der Stadt, wies für 2011 ein Jahresergebnis von 2,8 Mio. Euro aus. Das Klinikum Duisburg (51 % städtisch) schloss mit 3,7 Mio Euro ab. Die nun unter das Dach der Wirtschaftsbetriebe schlüpfende Gesellschaft für Beschäftigungsförderung und die „Werkstadt Duisburg GmbH“ machten zusammen über 2,1 Mio Euro minus, die Werkstatt für Behinderte einen Gewinn von knapp 800.000 Euro. Duisburg-Sport schloss mit einem Minus von 281.000 Euro ab, die Sparkasse mit einem Gewinn von 6,1 Mio Euro.

 
 

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