Kölbl-Kruse - Wir haben korrekt gehandelt

Die Bauarbeiten am Landesarchiv schreiten zügig voran.
Die Bauarbeiten am Landesarchiv schreiten zügig voran.
Foto: WAZFotoPool

Duisburg.. Einen Untersuchungsausschuss wird der neue Landtag wohl nicht mehr bilden und ob die Staatsanwaltschaft irgendwann einmal Anklage erheben wird, steht auch noch in den Wolken. Gleichwohl meldeten sich gestern die Essener Immobilienentwickler Kölbl-Kruse zu Wort, um noch einmal Stellung zu nehmen zu den Vorgängen um das am Innenhafen entstehende Landesarchiv.

Die Essener Investoren, die bisher zur Entwicklung des Innenhafens von der Industriebrache bis zum weltweit beachteten Quartier am Wasser maßgeblich beitrugen, hatten den früheren RWSG-Speicher an der Schwanentorbrücke gekauft und anschließen erheblich teurer ans Land weiterverkauft.

Auch Ex-Oberbürgermeister Adolf Sauerland sollte vor dem vom alten Landtag eingesetzten Untersuchungsausschuss aussagen. Dazu ist es durch die überraschend notwendig gewordene Neuwahl des NRW-Parlaments nicht mehr gekommen. Insgesamt sind die Kosten des zu Beginn der Planungen mit 40 Mio Euro kalkulierten Landesarchivs inzwischen auf rund 200 Mio Euro gestiegen.

Zeitdruck trieb Kosten in die Höhe

„Wir haben kaufmännisch und rechtlich korrekt gehandelt“, weist die Firma Kölbl-Kruse immer wieder geäußerte Vorwürfe zurück, beim Geschäft mit dem denkmalgeschützten Speicher gegen geltende Gesetze verstoßen zu haben. Vielmehr habe man mit dem Eigentümer des RWSG-Speichers bereits Kaufverhandlungen geführt, als von den Planungen eines neuen Landesarchivs am Standort Innenhafen überhaupt noch keine Rede war.

2003 habe es den ersten Kontakt gegeben, 2005 erste Vertragsentwürfe, im Januar 2006 sei man sich handelseinig geworden: „Beim Erwerb spielten Standortüberlegungen des Landes für den Bau eines Landesarchivs zu keinem Zeitpunkt eine Rolle. Sie konnten dies schon deshalb nicht, weil die öffentliche Diskussion darüber frühestens Mitte/ Ende 2006 begann, wobei zu betonen ist, dass der Standort Duisburg immer lediglich eine von mehreren Alternativen war.“

Die Differenz zwischen Speicherkauf- und -verkaufspreis begründet Kölbl-Kruse mit Aufwendungen, unter anderem für vom Land gewünschte „äußerst ambitionierte Architektur-Wettbewerbe“. Auch der Zeitdruck durch das Kulturhauptstadtjahr habe die Kosten in die Höhe getrieben.

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