Klinikum Duisburg - Millionen-Defizit statt Ausschüttung

Oliver Schmeer
Das Klinikum Duisburg schrieb 2012 rote Zahlen. Zugleich ist der Sanierungsstau in dem Krankenhaus groß.
Das Klinikum Duisburg schrieb 2012 rote Zahlen. Zugleich ist der Sanierungsstau in dem Krankenhaus groß.
Foto: WAZ FotoPool
Statt eines erhofften Gewinns von rund sieben Millionen Euro verbuchte das Klinikum Duisburg für das Jahr 2012 ein Minus von 1,2 Millionen Euro. Damit rutscht das Haus weiter in die roten Zahlen ab und wird die geforderten Ausschüttungen an die Stadt Duisburg nicht leisten können.

Duisburg. Schwarz auf Weiß kann der Rat am Montag nachlesen: Das Klinikum Duisburg, an dem die Stadt mit 51 Prozent die Mehrheit hält, ist in die roten Zahlen gerutscht.

Statt erhoffter Gewinne von über 7 Mio € weist die Bilanz für 2012 ein Minus von 1,2 Mio € aus. Damit wird es auch nichts mit Ausschüttungen an die Stadt, die für 2013 eine Millionen und in den weiteren Jahren zwei Millionen verlangt.

"Baulicher und strukturelle Mängel" des Krankenhauses

Grund für das Defizit sind gestiegene Personalkosten nach Neueinstellungen trotz eines Einstellungsstopps, die einem Geschäftsführer bereits die Stelle kosteten. Gestiegen sind ferner Honorare für eingekaufte Pflegeleistungen, ohne die wegen fehlender eigener Kräfte die Patientenversorgung nicht gewährleistet werden konnte und sogar das Risiko von Schließungen von Stationen drohte, heißt es in dem Jahresabschluss.
Gleichzeitig drückt das Klinikum, das der private Betreiber Sana führt, ein Sanierungsstau von bis zu 120 Mio Euro.

In dem Bericht werden die „baulichen und strukturellen Mängel“ sowie bauliche Ordnungsverfügungen als das „größte Risiko“ bezeichnet. Sana hatte bekanntlich zugleich darauf gedrängt, der Stadt mindestens zwei Prozent der Anteile abzukaufen, um das Sagen im Klinikum zu haben. Dafür wollte Sana ins das Krankenhaus investieren. Das Angebot war aber bei Rot-Rot-Grün im Rat auf Ablehnung gestoßen, auch die Verdi-Gewerkschaft hatte die weitere Privatisierung vehement abgelehnt.

Krankenhaus in Offenbach an Sana verkauft

Für die CDU ist der Klinikum-Bericht Wasser auf ihre Mühlen: Sie fordert seit langem den Verkauf der städtischen Anteile und warnt davor, dass auf die klamme Stadt als Mehrheitsanteilseigner Millionensummen für die dringend notwendigen Investitionen zukommen.

Interessant: In Offenbach wurde das städtische Krankenhaus jetzt an Sana verkauft – mit rot-grüner Ratsmehrheit.