Kleine Ferkelei im Duisburger Stadtwald

Die sieben Ferkel tollen im Stroh und werden von dem Muttertier versorgt.
Die sieben Ferkel tollen im Stroh und werden von dem Muttertier versorgt.
Foto: FUNKE Foto Services
Im Wildschweingehege im Duisburger Stadtwald quiekt es: Sieben gestreifte Ferkel tollen zu Ostern durch das Stroh.

Duisburg.. Im Wildschwein-Gehege wird wieder geschmust – aber dafür ist diesmal nicht „Schmuseschwein“ Blümchen verantwortlich. Am vergangenen Sonntag hat eine Bache sieben Ferkel auf die Welt gebracht. Die kleinen „Steckdosen-Nasen“, wie Förster Stefan Jeschke den Nachwuchs liebevoll nennt, kuscheln sich auf Stroh und werden von ihrer Mutter umsorgt. Es ist schon die vierte Generation, die nun im Stadtwald lebt und jeden Spaziergang zu einer Attraktion macht. „Das ist endlich mal wieder was, mit dem man Kinder hinter dem Ofen hervorlocken kann, damit sie mal wieder raus gehen“, hat Jeschke beobachtet und freut sich, dass es dem Nachwuchs gut geht.

Schweinezucht am Aktienberg begann vor zwei Jahren

Vor zwei Jahren begann am Aktienberg die Schweinezucht – eher durch Zufall. Zwei Wildschweine, „Schnitzel“ und „Blümchen“ waren nämlich Spaziergängern nach Neudorf gefolgt. Die schlugen Alarm. Förster Jeschke kann sich noch gut an den Anruf erinnern: „Ich stand in der Küche und hab’ Spaghetti Bolognese gekocht. Dann musste ich alles stehen und liegen lassen und mich um die Schweine kümmern.“

Ans Auswildern war nicht mehr zu denken, die Tiere waren zu zutraulich. Also legte er ein Gehege an. Nach dem ersten Wurf, der nach ein paar Monaten kam, schaffte Jeschke dann ein weiteres, namenloses Weibchen an. Die hat jetzt Nachwuchs bekommen. Und eine weitere Bache liegt schon ziemlich kugelrund, etwas zurückgezogen, an der Seite. „Da kann es jeden Tag soweit sein, dass wir nochmal Junge bekommen.“ Irgendwann, da redet Jeschke gar nicht lange drumherum, werden wohl auch Tiere das Gehege verlassen müssen und als Braten enden. „Aber dann haben sie wenigsten ein schönes Leben gehabt.“

Aber daran wollen die Besucher, die am Gatter stehen, nicht denken. Marita Egger dreht mit ihrem Mann regelmäßig ihre Runde durch den Wald. „Das ist immer ein schönes Ziel“, sagt sie und beobachtet verzückt die tapsigen Schweinchen, die durch das Stroh purzeln. „Warum haben die Kleinen denn unterschiedliche Farben“, fragt sie den Förster. Die Erklärung fällt eindeutig in die Kategorie „Schweinkram“: Die Bache wurde wohl von zwei Keilern gedeckt. Jeschke kann alle Tiere auseinander halten, aber bis auf „Blümchen“ und „Schnitzel“ hat kein Schwein einen Namen bekommen. „Bei diesem Wurf wären jetzt Namen mit C dran. Da fällt mir nur Chantalle ein.“ Ob das ein passender Name für ein Ferkel ist...

Viele Besucher bringen ungekochte Pasta mit

Die Leibspeise der Tiere sind übrigens Eier, nicht nur zu Ostern. Die machen ein schönes Fell. Viele Besucher bringen aber auch ungekochte Pasta mit. „Es gibt Tage, da brauch ich gar nichts mehr zufüttern, weil sie genug bekommen.“ Für schlechte Zeiten lagern aber ein paar Säcke Getreide oder Reste einer Brauerei im Schuppen. Die Stadt musste bisher nichts für die Schweinezucht bezahlen. Der neue Zaun wurde aus Spendengeldern finanziert und für ein Art Aussichtsplattform sucht Jeschke noch nach Mitteln. Ihm gefällt seine neue Aufgabe als Schweine-Papa jedenfalls richtig gut – auch wenn „Schnitzel“ manchmal schäumt, weil er in ihm einen Konkurrenten wittert. Davon bekommen die Kleinen aber nichts mit. Die erkunden neugierig das Gehege.

 
 

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