Kirchturm in Duisburg-Meiderich wurde erfolgreich gesprengt

Pünktlich um 13.05 Uhr stürzte der Turm der St. Matthias-Kirche in Meiderich Berg. Sechs Kilogramm Soprengstoff legten das Bauwerk wie geplant auf die Seite.
Pünktlich um 13.05 Uhr stürzte der Turm der St. Matthias-Kirche in Meiderich Berg. Sechs Kilogramm Soprengstoff legten das Bauwerk wie geplant auf die Seite.
Foto: Stephan Eickershoff / WAZ FotoPool
Die Sprengung des Kirchturms der St. Matthias-Gemeinde in Duisburg-Meiderich ist am Dienstag erfolgreich verlaufen. Als der Turm wie geplant zur Seite fiel, applaudierten einige Besucher, andere weinten. Nun soll dort ein neues Wohnquartier entstehen.

Duisburg.. In einen roten Mantel gehüllt wartet Dr. Doris König auf den großen Knall. Die Unternehmerin und Mäzenin, die sich auch Jahre nach dem Verkauf der König-Brauerei ihrer Heimatstadt eng verbunden fühlt, will hier zwischen Stahl- und Bergstraße mit ihrer Interrex GmbH ein schmuckes neues Wohnquartier entstehen lassen.

„Der Kollege, der vor kurzem den Frankfurter Uni-Turm gesprengt hat, hat eine Vertikalsprengung durchgeführt“, sagt Andre Michael Schewcow und schaut hinauf zur Kirchturmuhr von St. Matthias, „dabei stürzte der Turm in sich zusammen. Wir hier machen eine Fallrichtungssprengung.“

Der 35-Jährige Wuppertaler, der sich lieber „Sprengberechtigter“ statt Sprengmeister nennen lässt („Sprengmeister sagte man in den neuen Bundesländern“), hat mit seinen Kollegen sechs Kilogramm Sprengstoff am Kirchturm angebracht: „Das reicht, weil wir das Gebäude fallseitig bereits geschwächt haben“, sagt Schewcow, den es amüsiert, dass der Reporter unruhig auf die Uhr schaut: „Keine Angst, so lange sie hier stehen, sprengen wir nicht.“

Erinnerung an Kirche bewahren

Es ist 12.35 Uhr am Mittwochmittag. Noch zehn Minuten, dann werden Polizei und Ordnungsamt die rund 300 Zuschauer behutsam hinter die Sicherheitsabsperrungen geleiten. Diejenigen Meidericher, die gegenüber vom Kirchturm wohnen, mussten ihre Wohnungen verlassen. Viele von ihnen machen aus der Not eine Tugend, haben Filmkameras und Handys gezückt, um die spektakuläre Sprengung aufzuzeichnen.

In einen roten Mantel gehüllt, eine Pudelmütze über die Ohren gezogen, wartet Dr. Doris König auf den großen Knall. Die Unternehmerin und Mäzenin, die sich auch Jahre nach dem Verkauf der König-Brauerei ihrer Heimatstadt eng verbunden fühlt, will hier zwischen Stahl- und Bergstraße mit ihrer Interrex GmbH ein schmuckes neues Wohnquartier entstehen lassen.

Einige Besucher applaudieren, andere weinen

In den Wohnpark sollen zahlreiche Erinnerungsstücke aus der Kirche integriert werden: „Wir wissen, dass das vielen Menschen hier wichtig ist“, sagt die Unternehmerin, die ganz begeistert ist von einer Geste der Bauarbeiter. Die haben eine der Kirchenglocken mit der Baggerschaufel in die Luft gehoben: „Die wollen sie noch einmal läuten lassen. Finde ich toll“, sagt Dr. König.

Die Spannung in Meiderich steigt, die Zuschauer recken Handys und Kameras in die Höhe. Um 13.04 das erste Signal. Punkt 13.05 ertönt das zweite Mal ein Signal, gefolgt von einem dumpfen Knall, der die Erde in Meiderich-Berg erschüttert. Der Turm fällt, und er fällt zur Seite. Krachend legen sich Tonnen von Schutt und Stahl neben den von Baggern längst aufgerissenen Kirchen-Kreuzgang, eine rote Rauchwolke steigt auf – einige Besucher applaudieren, andere weinen.

Als der Staub sich langsam legt, hebt Schewcow den Daumen: „Alles klar!“ Auch Dr. Doris König lacht erleichtert: „Gute Nachrichten“, sagt sie.

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